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Präsidentin der weißrussischen Selbsthilfeorganisation ehemaliger KZ-Opfer zu Gast bei der Geschichtswerkstatt

Olga Nechaj: "Gedanken in Erinnerung an mein Leben"

Bückeburg (rc). Die Präsidentin der weißrussischen Selbsthilfeorganisation ehemaliger KZ-Opfer, Prof. Dr. Olga Nechaj aus Minsk, hält sich auch auf Einladung und mit finanzieller Unterstützung der Geschichtswerkstatt der Herderschule im Schaumburger Land auf. Am heutigen Donnerstag, 10. Januar, wird sie ab 11.45 Uhrin der Pausenhalle der Schule aus ihrer Biographie lesen, die jetzt auch mit Unterstützung der Geschichtswerkstatt in deutscher Sprache veröffentlicht werden konnte.

veröffentlicht am 10.01.2008 um 00:00 Uhr

Die Geschichtswerkstatt unterhält seit 2002 intensive Beziehungen zu der Selbsthilfeorganisation in Weißrussland, leistet kontinuierlich finanzielle Unterstützung an ehemalige Zwangsarbeiter. Im Zuge des Projektes "Spuren suchen - Brücken bauen", an dem sich die Herderschule als eine von zwei niedersächsischen Schulen beteiligte, berichteten zwei Zeitzeuginnen aus Weißrussland den Herderschülern, was sie erlebt hatten. "Gedanken in Erinnerung an mein Leben" heißt das Buch von Olga Nechaj, das eine erstaunliche Geschichte hat. Die 83-Jährige brachte das 239 Seiten starke Werk bereits 2004 in der belorussischen Hauptstadt Minsk heraus, wo sie noch heute an der staatlichen linguistischen Universität als Professorin den Lehrstuhl für Theorie und Praxis der englischen Sprache besetzt. In dem nun in deutscher Sprache vorliegenden Buch schildert die Autorin ihren schicksalsträchtigen Lebenslauf, der manch anderen Menschen wohl aus der Bahn geworfen hätte. Geboren 1923 in Minsk, kannte Olga weder Vater noch sättigende Mahlzeiten; ihre Mutter verdiente ihr Geld als ungelernte Arbeiterin. Als Olga 18 Jahre alt war, fielen die deutschen Truppen in ihre Heimat ein. Ungeachtet des Krieges brachte sie 1942 einen Sohn zur Welt. Der starbein Jahr später in einem Gefängnis der Besatzer; Olga wurde nach Deutschland verschleppt.

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