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Plakette? Kein Problem: Gute Ergebnisse beim Trecker-TÜV in Luhden

Oldies und Neue unter der Lupe

Luhden (sig). Sie sind auf der Straße ein Verkehrshindernis und auf dem freien Feld nicht zu überhören. Ihr Tuckern verrät Kraft und Zuverlässigkeit, die sie auch brauchen, um stählerne Pflüge, Sämaschinen und andere landwirtschaftliche Geräte zu ziehen. Aber selbst die stärksten Traktoren mit den breiten und oft mannshohen Reifen müssen mal zum TÜV.

veröffentlicht am 01.03.2008 um 00:00 Uhr

TÜV-Prüfer Gunnar Dubiel prüft gründlich, bevor er eine neue Pla

"Und das ist gut so", kann man ein inzwischen geflügeltes Wort übernehmen, denn der Zahn der Zeit nagt auch an diesen Kraftprotzen. Und da sie sich auch auf öffentlichen Straßen bewegen, ist Verkehrssicherheit oberstes Gebot. "Ich bin mit dem Zustand der von mir geprüften Fahrzeuge heute sehr zufrieden; gravierende Mängel habe ich nicht festgestellt", sagte Prüfer Gunnar Dubiel vom TÜV Nord unserer Zeitung. Der aus dem Auetal stammende Diplomingenieur macht seit Jahren immer wieder in Luhden Station, um von hier aus Zugmaschinen auf Herz und Nieren zu prüfen. Sie rollen aus Bückeburg, Kleinenbremen und aus dem Bereich der Samtgemeinde heran und warten auf dem Parkplatz vor dem Gasthaus Thies auf dem TÜV-Sachverständigen, dessen scharfen Augen bei der Fahrzeugkontrolle nichts entgeht. Sein Hauptaugenmerk legt er natürlich auf den Zustand der Bremsen, der Lenkung undder Bereifung. Aber auch die Beleuchtung und die Achsaufhängung werden geprüft. Ein Motor, der Öl verliert, ist schon aus Umweltgründen zu beanstanden. Diesmal hatte lediglich die Profiltiefe eines Reifens einen Grenzwert erreicht und der liegt bei 1,6 Millimeter. Das sollte möglichst deutlich mehr sein, denn sonst bleibt der Trecker im feuchten Erdreich stecken. Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass Zugmaschinen mit einer Maximalgeschwindigkeit von 40 Kilometer alle zwei Jahre geprüft werden. Die sogenannten modernen Schnellläufer müssen alljährlich eine neue Plakette erhalten. "Im nächsten Jahr sind in Luhden wieder zwei Porsche-Trecker an der Reihe", weiß der TÜV-Prüfer anhand seiner Unterlagen. Im Gegensatz zu den PS-starken Nobelkarossen des gleichen Herstellers sind die aber klein und eher etwas kraftlos. Bauzeit: zwischen 1958 und 1962. Heinrich Schwarze, langjähriger Bürgermeister von Luhden, besitzt ein anderes nostalgisches Gefährt: einen Trecker der Firma Fahr aus dem Jahre 1951 mit gerade mal 16 Pferdestärken. Für ihn wird es schon schwer, noch Ersatzteile dafür zu beschaffen. Der Riese unter den Zugmaschinen, die diesmal in Luhden kontrolliert wurden, war ein Siebentonner von dem Hersteller Deutz aus dem Jahre 1987. Seine Reifen sind fast zwei Meter hoch und dementsprechend teuer. Für zwei Exemplare muss man schon eine vierstellige Summe auf den Tisch legen.

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