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Grünkohl: CDU serviert "scharfe Zunge"

Ohne Skaterbahn keine Zustimmung zur Ganztagsschule

Bückeburg (bus). Formulierungen der etwas scharfzüngigeren Gattung haben am Freitag das Grünkohl-Essen der CDU-Fraktion unterfüttert. Partei- und Fraktionsspitze nutzten die Zusammenkunft im Gasthaus "Fenkner", den etwa 40 Anwesenden die christdemokratische Ausrichtung der jüngst begonnenen kommunalen Legislaturperiode zu erläutern. "Wir sind mit positivem Trotz in die Rathausarbeit gestartet", sagte Stadtverbandsvorsitzender Thorwald Hey. Fraktionschef Christopher Wuttke lag vor allem daran, "etwas mehr Trennschärfe" im Verhältnis zum politischen Gegenüber zu verdeutlichen.

veröffentlicht am 27.11.2006 um 00:00 Uhr

Christopher Wuttke: "Wir haben nicht zu unrecht regiert, sondern

Wuttke konzentrierte sichüberwiegend auf die zurückliegende Phase der von der CDU dominierten Rathauspolitik. "Wir haben nicht zu unrecht regiert, sondern zu kurz", stellte er angesichts der perdu gegangenen Macht fest. Dennoch habe die Union innerhalb der dreieinhalb von ihr verantworteten Jahre "fast alle Wahlversprechen" erfüllt. Der Fraktionsvorsitzende nannte als Beispiele das Kögelgelände, das Baugebiet "Auf der Höhe", mehrere Radwege und zwei Kreisel. Die Errichtung der Skaterbahn sei nolens volens gebilligt worden. Wuttke: "Das haben wir gemacht, weil wir sonst die Zustimmung zur Offenen Ganztagsschule nicht bekommen hätten." In dieser Angelegenheit habe das politische Gegenüber "ein erbärmliches Bild" abgegeben. Auch hinsichtlich der Haushaltsführung kam die von der SPD geführte Gruppe nicht gut weg. Während die CDU den Steuerzahlern mit dem Verzicht auf einen Durchstich an der Wallstraße eine siebenstellige Summe erspart habe, investiere die andere Seite jetzt 330 000 Euro in die "hochdefizitäre Hofapotheke". Wasauf die Titelseite des Steuerzahlerbundes gehöre. Auf die von den Christdemokraten favorisierte Existenzgründerhilfe anspielend, sagte Wuttke: "Jetzt wird nicht über Existenzgründerhäuser, sondern über Wirtshäuser geredet." Den Sozialdemokraten schrieb er ins Stammbuch, sie sollten sich nicht auf die 1220 Stimmen von Horst Schwarze verlassen. "Im Mittelfeld hat die SPD nicht besser gepunktet als wir." Trotz aller Trennschärfe machte der Fraktionschef auch Gemeinsamkeiten aus. Die geringe Wahlbeteiligung komme "einer gelben Karte für alle Parteien" gleich. Die Wiedergewinnung des Wählervertrauens müsse das vorrangige Ziel aller Lokalpolitiker sein. Und: "Falls von der Mehrheitsgruppe gute Vorschläge kommen, wird die oppositionelle CDU diese unterstützen." Bückeburg habe auch in Zukunft eine gute CDU-Politik nötig.

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