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Berufsabschied von Ulrich Groschewski

Ohne Erfolg für die KGS gekämpft

Obernkirchen (sig). Zum letzten Mal den Schreibtisch aufräumen, die Regale und den Papierkorb leeren - und dann den Schlüssel abgeben. Das ist das übliche Ritual, wenn jemand den Arbeitsplatz aufgibt. Ulrich Groschewski, einst Leiter der Obernkirchener Orientierungsstufe, hat es nicht anders erlebt. Nur - für ihn kam dieser Zeitpunkt aus gesundheitlichen Gründen früher als üblich.

veröffentlicht am 09.06.2007 um 00:00 Uhr

Groschweski: "Wenn du alles erledigt hast, dann fragst du dich: Wo sind die 30 Jahre geblieben? Und warum bist du eigentlich Lehrer geworden?" Die Antwort auf diese Frage habe er auf einem Bierdeckel gefunden: "Wähle einen Beruf, den du liebst, und du wirst keinen Tag arbeiten müssen in deinem Leben." Dass ihn Schulleiter Wolfgang Fließ und das Kollegium nach dem Beginn einer chronischen Erkrankung den Rücken freigehalten hatten, empfand er als wohltuend und verständnisvoll. Aber jetzt sei es Zeit für ihn, zu gehen: "Ich habe in den letzten Monaten schon das Pensionärsdasein geübt, und ich kann nicht sagen, dass es mir nicht gefallen hat." Für den biographischen Rückblick sorgte Rektor Wolfgang Fließ. Er erinnerte daran, dass Ulrich Groschweski 1949 im westfälischen Rahden geboren wurde, in Espelkamp an einem kirchlichen Gymnasium sein Abitur gemacht hat und danach in Bielefeld mit dem Lehrerstudium begann. Das zweite Staatsexamenfür Deutsch und Geschichte hatte er 1976 abgelegt. Bereits zwei Jahre vorher unterrichtete er am Obernkirchener Schulzentrum. Zum Leiter der Orientierungsstufe wurde der Rahdener 1979 berufen. In Nachmittagskursen schloss er seine Ausbildung zum Realschullehrer ab. Eine Planstelle dafür erhielt 1984. Immer stark gemacht hatte sich Ulrich Groschewski für den Schüleraustausch mit der französischen Partnerstadt La Flèche. Auch im Personalrat seiner Schule hat er engagiert mitgewirkt. Schon sehr früh plädierte Ulrich Groschewski für die Einführung einer Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Obernkirchen. Wenn man zu lange zögere, sei der Zug abgefahren, hatte er 2002 bei einem Treffen mit sozialdemokratischen Frauen festgestellt - und leider Recht behalten. Mit einer Kiste Rotwein und dem auf Französisch gesungenen "Amazing Grace" verabschiedete sich das Kollegium von dem Ruheständler.



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