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Problem mit Jugendraum in Haddessen / Krüger: Engagement bedarf der vollen Unterstützung

Offene Jugendarbeit läuft nicht reibungslos

Hessisch Oldendorf (pj/ll). Jugendarbeit wird in der Weserstadt ganz intensiv betrieben. Jugendpfleger Tarik Oenelcin gelingt es von Jahr zu Jahr, das Angebot für den Ferienpass zu steigern. In der Malschule werden fast täglich Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche angeboten. Dazu kommt der Mädchentreff, der jeden Freitag ein Angebot macht. Doch es gibt auch Probleme – und die beziehen sich auf die Jugendarbeit in Haddessen. Was in der Kernstadt funktioniert und von der Stadtverwaltung unterstützt wird, scheint im Sünteldorf zu haken.

veröffentlicht am 07.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.09.2009 um 12:05 Uhr

Jugendliche aus den Sünteldörfern im Gespräch mit Politikern, de

Ein eigenes Reich für Jugendliche will die Dorfgemeinschaft mit der Einrichtung eines Treffpunktes aufbauen. Ulf Ganser, der an vorderster Front für den Jugendtreffpunkt kämpft, ist verärgert, denn er hat den Eindruck, „dass die Stadt nicht bereit ist, den Jugendraum dauerhaft zur Verfügung zu stellen“. Bei Gesprächen mit dem Amtsleiter hat Ulf Ganser sich „des Eindrucks nicht erwehren können, dass man die Begegnungsstätte nicht haben möchte“.

In Abständen von zwei Wochen wollen sich die jungen Leute aus dem Bereich der Sünteldörfer treffen. Zwei Stunden sind vereinbart. Zwei Treffen haben stattgefunden, am ersten nahmen 17 und am zweiten 16 Jugendliche teil. Zu den Abmachungen gehört: „Es werden keine Partys gefeiert, kein Alkohol und kein Nikotin“, führt das Ortsratsmitglied Ulf Ganser aus. „Für jedes Treffen wird ein Programm erstellt“, fügt er an. Und „die ersten Treffen zeigen, dass die Jugendlichen sich an die Absprachen halten“, stellt Ganser erfreut fest. Beim Vorhaben der Jugendlichen, ihren Treff wiederzubeleben, können sie auf die Unterstützung der Dorfgemeinschaft zählen.

Dass ständig Erwachsene bei den Treffen dabei sein sollen, kann Ganser allerdings nicht verstehen. „Die Jugendleiterkarte reicht für eine Aufsicht offensichtlich nicht aus“, kritisiert er. Auch kann Ganser nicht verstehen, dass der Amtsleiter „auf Mails von Jugendlichen nicht reagiert“ und geäußert habe, dass er „Gesprächspartner auf Augenhöhe haben möchte“. Zu den bisherigen Treffen der Jugendlichen im Sünteldorf sei übrigens kein Mitarbeiter aus dem Rathaus gekommen, um sich ein eigenes Bild zu machen.

Von den Vorwürfen gegen die Verwaltung wurde Bürgermeister Harald Krüger gestern überrascht. „Ich stehe zur offenen Jugendarbeit“, versicherte er. Und er betonte weiter: „Dieses Engagement bedarf der Unterstützung, da darf nicht gemauert werden.“

Der Jugendtreff war Anfang des Jahrtausends in der ehemaligen Schule eingerichtet worden. Der Versuch war gescheitert, da die jungen Leute damals gefeiert und gelärmt hatten. Die Beschwerden häuften sich, die Begegnungsstätte wurde geschlossen, nachdem auch die Pastorin Druck gemacht hatte. Die Kirchengemeinde hatte die Einrichtung des Jugendtreffs betrieben, zwischen Stadt und Kirche gab es deshalb damals eine Nutzungsvereinbarung.

An die Wiederbelebung des Jugendraums im Gebäude des Kindergartens waren nun Forderungen seitens der Stadt geknüpft: Ein schlüssiges Konzept müsse her. Ohne die Begleitung von Erwachsenen werde man die neue Jugendbegegnungsstätte nicht einfach so genehmigen. Stadtjugendpfleger Tarik Oenelcin erklärte die grundsätzliche Bereitschaft zur Unterstützung von offener Jugendarbeit. „Ein offenes Angebot ist aus jugendpflegerischer Sicht zu begrüßen“, so Oenelcin bei den Vorgesprächen im Juni.

Am schlüssigen Konzept mangelte es nicht. Das stellte der 16-jährige Tobias Sievers gleich im Juni vor. Fünf Jugendliche wurden mit der Organisation von Veranstaltungen und den einzelnen Programmpunkten betraut. Etwa ein- bis zweimal in der Woche wolle man im Jugendraum zusammenkommen und insbesondere den 12- bis 17-Jährigen Angebote zur Freizeitgestaltung wie gemeinsames Kochen, Gesellschaftsspiele oder auch Filmabende bieten. Auch für die Raumpflege wollen die Jugendlichen selbst verantwortlich sein, so ihr Konzept.

Von Anfang an hatte Ulf Ganser klargestellt: „Die Dorfgemeinschaft wird mit Erwachsenen verantwortlich dabei sein.“ Eine ständige Beaufsichtigung der Jugendlichen sei damit aber nicht gemeint. „Wir sind keine Schulmeister, aber als Ansprechpartner immer erreichbar“, so Ganser. Die Schuld solle nicht von einer auf die nächste Generation übertragen werden. Und das sieht man in Haddessen heute auch noch so.

Der Bürgermeister ist sicher, dass für den Jugendtreff in Haddessen eine Lösung gefunden wird. „Wenn man im Dorf hinter einem Projekt steht, dann soll es auch verwirklicht werden“, betont Harald Krüger. Er sieht in diesem Projekt eine Form der offenen Jugendarbeit – und die hat sich in der Stadt bewährt. Ob in der Malschule am Barksener Weg oder montags in Fischbeck, Hessisch Oldendorfs Streetworkerin Stefanie Söhlke macht fast täglich Angebote, die von den Jugendlichen auch gut angenommen werden.



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