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Lindhorster Geschäftsmann warnt Selbstständige vor Abzocke

Obskure Faxe landen im Müll

Lindhorst. Dubiose Branchendienste versuchen derzeit, wieder an Geld zu kommen. Das ist jedenfalls der Eindruck von Frank Krüger, Inhaber des Berufsbekleidungshauses in Lindhorst. Innerhalb weniger Tage hat er per Fax zwei unterschiedliche Aufforderungen bekommen, seine Daten für einen Eintrag in ein Branchenregister zur Verfügung zu stellen. Diese Informationen zu Kontaktdaten und Adresse des Betriebes sollen dann im Internet abrufbar sein. Im Kleingedruckten lauert die Gefahr. Das Ganze ist nämlich kostenpflichtig, und Selbstständige, die sich per Unterschrift auf die Anfrage einlassen, binden sich für drei Jahre.

veröffentlicht am 23.10.2014 um 17:51 Uhr
aktualisiert am 23.10.2014 um 20:21 Uhr

„Ich kenne die Vögel mittlerweile“, sagt Krüger, der in unregelmäßigen Abständen mit solchen Schreiben behelligt wird, die bei ihm gleich im Papierkorb landen. „Aber wer sich gerade erst selbstständig macht oder noch nicht so viel Erfahrung hat, fällt vielleicht darauf rein“, will er andere Kollegen warnen. „Das Ganze sieht ja sehr offiziell aus.“ Der Geschäftsmann kann sich vorstellen, dass sich einige davon verwirren lassen.

„Deutsches Gewerbeverzeichnis Niedersachsen“ steht im Briefkopf des ersten Fax, das weder die Adresse noch die Telefonnummer des Absenders enthält. Nur die Faxnummer für die Rückantwort ist angegeben. Diese ist allerdings schon nicht mehr erreichbar, als das zweite Fax bei Krüger eintrifft. Diesmal steht im Briefkopf fett „Branchenbuch Lindhorst“, und die Anfrage kommt von einem „Vogel Medienverlag“, der eine Adresse im rumänischen Bukarest angibt.

Der Medienverlag aus dem Ausland schlägt bei den Kosten noch mehr zu als das angebliche „Deutsche Gewerbeverzeichnis“, das 271 Euro pro Jahr für den Interneteintrag kassieren will. Der Vogel-Medienverlag verlangt 996 Euro. Dafür schickt er auch die Internetadresse mit, auf der sich Handel- und Gewerbetreibende dann wiederfinden sollen. Das ist für Krüger auf keinen Fall eine Referenz, sondern Augenwischerei. „Wer lange im Geschäft ist, der weiß, womit er es zu tun hat“, sagt der Lindhorster Geschäftsmann und rät vom Unterschreiben und dem Zurücksenden solcher Faxe dringend ab. bab



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