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Weinbergsbesitzer Klaus-Dieter Koch stellt 2007 auch eigenen Sekt, Likör und Schnaps her

Obernkirchener Wein geht bis nach Brasilien

Obernkirchen (sig). "Wenn es schon in der Bergstadt eine Familie gibt, die einen Weinberg besitzt und damit eine eigene Weinmarke auf den Markt bringt, dann wollen wir diesen Tropfen auch mal probieren." Das hat sich der Vorstand des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Obernkirchen gesagt - und die VVO-Mitglieder zur Weinprobe bei Familie Koch eingeladen.

veröffentlicht am 26.10.2006 um 00:00 Uhr

Nicht vereinbart war im Vorfeld, sich nur mit einem bestimmten Weinanbaugebiet zu befassen. Aber der unter der Bezeichnung "Reiler Goldlay" produzierte Tropfen der Gastgeber sollte schon dabei sein. Auf ihn war man besonders gespannt. Seine Qualität hatte sich nämlich schon im Vorfeld herumgesprochen. Deshalb ist dieser Riesling auch nahezu ausverkauft. Einige Flaschen davon sind sogar nach Brasilien und Venezuela versandt worden. Da kann man über die Informationswege nur staunen. Fest steht allerdings: Auf die neue Ernte muss noch gewartet werden, denn die letzten Trauben dürfen zurzeit noch den herbstlichen Sonnenschein genießen, bevor sie in die Presse wandern. Nach so viel Wärme und einem goldenen Sommer dürfte das wieder ein guter Jahrgang werden, vermutet Obernkirchens Weinbauer Klaus-Dieter Koch. Im nächsten Jahr wird es auch Liköre und Schnäpse aus der Reiler Steillage geben, die jetzt fest in Obernkirchener Hand ist. Die Familie Koch, die ihr Angebot unter dem Firmennamen "Vite" vermarktet, kündigt sogar einen eigenen Sekt an. Auch wenn verständlicherweise die Produkte von der Mosel ein "Schwergewicht" im Angebot des Obernkirchener Weinhauses darstellen, findet man dort ebenso eine Fülle von Erzeugnissen aus anderen bekannten deutschen Weinanbaugebieten und aus Südtirol. Gekostet wurden von den VVO-Gästen unter anderem auch Sorten aus Rheinhessen, Baden-Württemberg und von der Nahe. Die Vorlieben sind ganz unterschiedlich, wie sich zeigte. Die Tendenz ging mehr in Richtung trocken und halbtrocken, aber die in deutschen Landen so beliebten Weißweine bekommen zunehmend Konkurrenz durch Rosé-und Rotweine. "Nahezu jedes Jahr gibt es irgendeine neu gezüchtete Traube", berichtete Klaus-Dieter Koch. Was sich die Namensgeber bei der Sorte "Domina" gedacht haben, weiß man nicht. Und die Rebsorte "Acolon" klingt eher nach griechischer Herkunft als nach deutscher. Eine zusätzliche Erkenntnis gewannen die Teilnehmer des Weinkollegs: Die Korkverschlüsse haben zunehmend ausgedient. Sie werden vermehrt ersetzt durch "Glaskorken", die auch preiswerter sind. Einen weiteren Vorteil hat die Sache: Einen Wein mit Korkgeschmack dürfte es dann nicht mehr geben.

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