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Bürgerinitiative sammelt Unterschriften für eine Schienenbus-Verbindung nach Stadthagen

"Obernkirchener": Traum oder echte Chance?

Obernkirchen/Gelldorf (sig). Der Obernkirchener Bahnhof schlummert vor sich hin. Sieht man einmal von gelegentlichen Gütertransporten ab, sind es nur wenige Ausflugsfahrten am Wochenende, die im Sommerhalbjahr auf der Strecke für Belebung sorgen. Die Schar derer, die das ändern möchten, wird größer. Ohne besondere Anstrengungen hat eine ins Leben gerufene Bürgerinitiative bereits Hunderte von Unterschriftengesammelt. Das Ziel: die Einführung eines Schienenbusses zwischen Obernkirchen und Stadthagen.

veröffentlicht am 21.10.2006 um 00:00 Uhr

Gleise gibt es genug am Bahnhof. Sollen sie weiter Rost ansetzen

Den Befürwortern einer solchen Aktivierung des Nahverkehrs auf Schienen geht es aber nicht in erster Linie um ein zusätzliches Freizeitangebot. Sie möchten vielmehr besser an den Regionalverkehr im Raum Hannover angebunden sein und zügiger in die Kreisstadt kommen. Hubert Holtmann, einer der Initiatoren, weist auf eine enge Verzahnung zwischen den beiden Nachbarstädten hin. Sie bestehe im schulischen, beruflichen und wirtschaftlichen Bereich sowie bei denÄmtern und anderen zentralen Einrichtungen, wie dem Job-Center. Neben kulturellen Veranstaltungen werden auch mehrere Fachärzte in der Kreisstadt besucht. "Es gibt also gute Gründe, zwischen beiden Orten einen modernen Triebwagen fahren zu lassen, und zwar im Stunden-Rhythmus", folgert Holtmann. Die Bürgerinitiative, die mit der vollen Unterstützung des Gelldorfer Unternehmers rechnen kann, bezeichnet die Schienenverbindung sogar als notwendige Lebensader. Der "Obernkirchener", wie der Triebwagen nach Möglichkeit heißen soll, würde zur Verbesserung der Infrastruktur beitragen, meinen die Befürworter. Im Bereich des Bahnhofes könnte ein neues Leistungszentrum entstehen mit Park&Ride, Imbiss sowie einer Anlaufstelle für Tourismus und Information. Ganz optimistisch heißt es in dem Beischreiben zur Unterschriftenliste: "Für Menschen in einem weiten Raum bis Hannover und Minden würde Obernkirchen näher rücken - mit schmucker Altstadt, geheiztem Waldschwimmbad und dem Bückeberg." Die inzwischen über ein Jahrhundert bestehende Eisenbahnstrecke befinde sich ineinem tadellosen Zustand, wird von Fachleuten bestätigt. Hier seien also keine erheblichen zusätzlichen Investitionen erforderlich. Dagegen steht natürlich die Frage: Wo lässt sich der Investor finden, der die Bahnverbindung wiederbelebt? Die Kommunen und auch der Landkreis werden sich diese Aufgabe nicht aufbürden. Und von der Osthannoverschen Eisenbahn, die etliche Nahverkehrsstrecken betreibt, darunter die Rinteln-Stadthagener Bahn, sind auch keine positiven Signale zu hören. Es gibt aber Beispiele, dass sich die Privatisierung und Wiederbelebung ehemals staatlich betriebener Strecken wieder lohnt. Der "Haller Willem" in Ostwestfalen gehört dazu. Die Fahrzeugindustrie hat deshalb auf den wachsenden Bedarf an modernen Leichttriebfahrzeugen reagiert und inzwischen eine größere Anzahl von Regionalbahnen damit ausgestattet.

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