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Spuren von Raptoren und Iguanodons: Wissenschaftler seit Monaten im Steinbruch beschäftigt

Obernkirchen - Tummelplatz der Dinosaurier?

Obernkirchen (rnk/crs). Als einen "weltweit bedeutenden Fund" stufen die Steinbruch-Geschäftsführer Klaus Köster und Mathias Walter die Entdeckung ein, von "sensationellen Dinosaurierfährten" ist die Rede: An zwei verschiedenen Stellen im Sandsteinbruch Obernkirchen sind offenbar bereits im vergangenen Jahr Fußspuren von Dinosauriern entdeckt worden, die aus der Unteren Kreidezeitstammen - und damit rund 140 Millionen Jahre alt sind. Am Freitag dieser Woche sollen die Fährtenplatten von Iguanodon und Raptor bei einer Pressekonferenz erstmals öffentlich gezeigt werden. Einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen die Saurier-Spuren dem Vernehmen nach beieinem Tag der offenen Tür am 21. September.

veröffentlicht am 10.09.2008 um 00:00 Uhr

Eine der beiden Fundstellen im Obernkirchener Sandsteinbruch: Hi

Das Besondere an der Entdeckung ist nach Informationen unserer Zeitung die Häufung der Saurier-Spuren: Die beiden Fundstellen sind voller Spuren, zahlreiche Fußabdrücke finden sich im Sandstein. Fährten von zwei verschiedenen Dinosaurierarten wurden in Obernkirchen entdeckt: Iguanodon und Raptor haben sich im Gestein verewigt. Die größeren Spuren auf der einen Fährtenplatte wurden vom Iguanodon hinterlassen, einem großen pflanzenfressenden Dinosaurier, der von Wissenschaftlern als eine "Charakter-Art" der niedersächsischen Unterkreidezeit bezeichnet wird. Ausgewachsene Tiere erreichten bis zu neun Meter Körperlänge. Sieliefen vorzugsweise auf den schweren Hinterbeinen und hinterließen dabei mit ihren dreizehigen, massigen Füßen typische Abdrücke. Manchmal setzten sie jedoch auch die viel kleineren Vorderpfoten ein - wie am vorliegenden Fährtenfund offenbar gut nachweisbar ist. Zusätzlich zu den Trittsiegeln der Iguanodons konnten auf der zweiten Fährtenplatte, die aus dem ältesten Zeitabschnitt der Unterkreide stammt, dem "Berrasium" oder "Berrias", einige Fußabdrücke eines Raubdinosauriers identifiziert werden. Raptoren sind die aus "Jurassic Park" bekannten etwa 3,5 Meter langen Raubsaurierer. "Es gibt ein ganzes Feld voller Spuren", berichtet ein Augenzeuge aus dem Steinbruch Obernkirchen, von einer Häufung "wie im Hühnerstall" erzählt ein zweiter. Das macht offenbar die Besonderheit der Entdeckung aus: Derart viele Raptoren-Spuren könnten eine weltweit einzigartige Besonderheit darstellen. Die letzten Spuren von Iguanodons und von Raptoren waren im Steinbruch Münchehagen im Sommer 2004 gefunden worden: Dort waren Spuren freigelegt worden, die einen urzeitlichen Dinosaurier-Kampf im heutigen Steinbruch zeigen. In dem Gestein waren zwei Fährten von Pflanzenfressern sowie die Spur eines herannahenden Raubsauriers zu sehen.

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