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Karl-Hermann Carius hat eine geniale Ladungssicherung erfunden

"Oberhirte"über die Lkw-Flotte

Rinteln. "Geht nicht, gibt's nicht!", das ist einer der Lieblingssprüche von Karl-Hermann Carius (66), der nicht umsonst hochachtungsvoll "der Alte" genannt wurde, solange er den Fuhrpark bei Wesergold als verantwortlicher Mechaniker betreute. "Lkws, für die habe ich was übrig! Ich wollte schon früh der ?Oberhirte' über eine Flotte von Lastwagen sein", meint er. "Sie sind für unsere Wirtschaft unverzichtbar!"

veröffentlicht am 28.03.2008 um 00:00 Uhr

Karl-Hermann Carius. Foto: cok

Autor:

Cornelia Kurth

Außerdem merkte er bald, dass ein Lkw-Mechaniker mehr Geld verdienen kann als die "normalen" Kfz-Mechaniker, zu Recht - denn für einen Meister stellen Lkw eindeutig die größere Herausforderung dar. Als 14-Jähriger begann Karl-Hermann Carius seine Lehre in Hameln und da er ein wirklich begabter Junge war, konnte er bereits nach dem zweiten Lehrjahr die Gesellenprüfung ablegen. Natürlich besaß er schon früh eigene Autos, die er billig einkaufte und wieder zum Laufen brachte. Zuerst war es ein VW-Käfer, bald ein Opel Record und schließlich fuhr der junge Mann voll Stolz den ersten eigenen Mercedes Benz. Die Zeit bei der Bundeswehr hätte seinen Berufsweg vielleicht noch verändern können. Ohne dass er dabei viel mitzureden gehabt hätte, wurde er zu den Fallschirmspringern eingeteilt und zum Nahkämpfer ausgebildet, was ihm überraschend so viel Spaß machte, dass er sich für viele Jahre verpflichtet hätte, wäre er nicht bei einem Fallschirmabsprung schwer verletzt worden. Nachdem er wieder "zusammengeflickt" worden war, kehrte er in seinen angestammten Beruf zurück. "Und das habe ich nie bereut!" Vor dem Einstieg 1977 bei Wesergold setzte er alles daran, so viele verschiedene Werkstätten wie möglich kennenzulernen, und da er immer gute Zeugnisse hatte, standen ihm alle Türen offen. Zuletzt war er Chef-Mechaniker der Raiffeisen- Hauptgenossenschaft Hannover, deren elf Niederlassungen er regelmäßig "abklapperte", um alle Fahrzeuge in Ordnung zu halten. "Da darf man nicht auf die Stunden gucken." Ständig unterwegs, dazu oft 15-stündige Arbeitstage - seine erste Ehe war dieser Belastung nicht gewachsen. Der Wesergold-Fuhrpark war wesentlich kleiner und Karl-Hermann Carius versprach sich durchaus entspanntere Arbeitsbedingungen. "Aber dann explodierte die Firma, es kamen so viele neue Werke dazu - und wieder war ich der Oberhirte, wieder fuhr ich überall herum!" Was wie eine Klage klingt, machte aber in Wirklichkeit für ihn den eigentlichen Reiz seiner Arbeit aus. "Ich wollte jaimmer Verantwortung übernehmen." Und das tat er dann auch auf eine wirklich herausragende Weise, mit einer Erfindung, die das Beladungssystem der Wesergold-Lieferwagen revolutionierte und der Firma jede Menge Kosten ersparte. Er entdeckte nämlich, dass die herkömmliche Art, wie man die gestapelten Saftkartons sicherte, die Lkw zu schwer und damit unwirtschaftlich machte, und erfand eine leichte Plane mit verstärktem Dach und leicht zu handhabenden Verschlüssen, die so klug durchdacht war, dass sie patentiert wurde, sich weiterverkaufen ließ und den Lkw-Fahrern zeitraubende Kontrollen durch die Autobahnpolizei erspart. Im letzten Jahr ging der "Oberhirte" in Rente, und war einfach froh, auf so wohlverdiente Weise endlich mal auszuruhen. "Ich habe mein Leben lang unter Strom gestanden", meint er. "Ich halte den Ruhestand sehr gut aus." Und wie es alle klugen Menschen machen, so folgt auch er dem Ratschlag eines großen Philosophen und macht sich nun daran, den häuslichen Garten zu bestellen.



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