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Nur Zeit gekauft

Mit der Flucht Portugals unter den Euro-Rettungsschirm hat sich die Staatsschuldenkrise in den Vordergrund politischer Diskussionen gespielt. An den Märkten war das Hilfsgesuch erwartet worden, sodass keine Schockwellen ausgelöst wurden. Gleichzeitig scheinen viele Politiker sich der Sichtweise anzuschließen, dass die Staatenrettung nur Zeit kaufe auf dem Weg zu einer Umschuldung etwa Griechenlands. Über einen Schuldenschnitt könnten dann auch Gläubiger wie Banken und Versicherungen in die Pflicht genommen werden. Die Börse könnte eine solche Lösung honorieren, da aus Ungewissheit Gewissheit würde. „Nichts beeinflusst Märkte mehr, als wenn etwas Unbestimmtes droht“, sagt der Chef einer Fondsgesellschaft. Spätestens, wenn Spanien unter den Rettungsschirm schlüpft, werde es gar nicht anders gehen. „Wer die Lage realistisch analysiert, muss daher Vorsorge in den Bilanzen für etwaige Schuldenschnitte treffen.“ Bislang scheinen Banken den Schritt zu scheuen, die Werte von Staatspapieren aus den betroffenen Ländern in ihren Bilanzen herabzusetzen. Jenseits der europäischen Malaise werden die Investoren ihren Blick auf die USA richten. Dort werden die ersten Konzerne ihre Ergebnisse fürs erste Quartal vorlegen.

veröffentlicht am 10.04.2011 um 19:38 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Autor:

BÖRSENWOCHE



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