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Nur wenige Asylanträge aus dem bitterarmen Togo

Ellwangen (dpa) - Togo wird von Deutschland nicht als sicherer Herkunftsstaat eingestuft. Dennoch hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) 2017 mehr als 90 Prozent der Asylanträge von Menschen aus der früheren deutschen Kolonie am Golf von Guinea abgelehnt oder als erledigt gekennzeichnet.

veröffentlicht am 03.05.2018 um 14:55 Uhr
aktualisiert am 07.05.2018 um 12:51 Uhr

Seit mehr als 50 Jahren herrscht die Familie Gnassingbé in dem Land: nach einem Militärputsch 1967 für 38 Jahre Eyadéma Gnassingbé, seit dessen Tod sein Sohn Faure. Foto: Legnan Koula/EPA

Nur wenige Flüchtlinge aus dem westafrikanischen Land beantragen Asyl - vergangenes Jahr waren es 370. Ende 2017 lebten laut Ausländerstatistik 10.615 Togoer in Deutschland - nicht alle als Flüchtlinge.

Das Land mit rund 7,7 Millionen Einwohnern gehört zu den ärmsten Staaten der Welt. 2015 lebte nach Angaben des Internationalen Währungsfonds die Hälfte der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Das Nationaleinkommen beträgt 4,4 Milliarden Euro (2016) - in Deutschland ist das in etwa das Budget eines Landkreises. Deutschland fördert die freiwillige Rückkehr nach Togo laut Bamf mit einer Starthilfe von 300 Euro und - je nach Stand des Asylverfahrens - mit bis zu weiteren 1200 Euro.

Seit mehr als 50 Jahren herrscht die Familie Gnassingbé in dem Land: nach einem Militärputsch 1967 für 38 Jahre Eyadéma Gnassingbé, seit dessen Tod sein Sohn Faure. Zuletzt kam es zu Massenprotesten gegen die Staatsspitze. Das Auswärtige Amt erkennt eine vorsichtige demokratische Öffnung, sieht aber weiterhin erhebliche Defizite bei Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit. Amnesty International beklagt willkürliche Festnahmen und Folter.

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