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Nichtraucherprojekt "Ich bin rauchfrei" erstmals an Schaumburger Schule

Nur vier von 40 haben durchgehalten

Rinteln (who). "Wenn's so weitergeht, dann bin ich dabei", ist Michaela Bobenrieth sicher, dass sie in Zukunft die Finger von den Zigaretten lassen wird. Zusammen mit drei Mitschülern hat sie den ersten Raucherentwöhnungskurs an der Hauptschule bis zum Ende mitgemacht.

veröffentlicht am 19.05.2007 um 00:00 Uhr

Alle vier wollen dauerhaft mit dem Rauchen aufhören. Vorne von l

Vor dem Start im Februar hätten sich über 40 Schüler für den Kurs interessiert, erklärt Lehrer Manfred Stoller beim Abschlussgespräch zusammen mit Sigrid Krause-Alberski. Die Suchtpräventionsmitarbeiterin vom Diakonischen Werk aus Stadthagen hatte das Programm "Ich bin rauchfrei" erstmals an einer Schaumburger Schuleausführen können. Letztlich angetreten waren 22 Schüler. Am Anfang hatte eine Bewusstseinsbildung zum Thema Rauchen und Sucht gestanden, unter anderem mit Fragen: "Warum mache ich dasüberhaupt und was bewirkt das Rauchen?" Dazu hätten alle Teilnehmer mehr Gründe gegen als für das Rauchen nennen können. Manuela Schwarz weiß dazu: "Weil ich cool sein wollte." Und es habe am Gruppendruck in seinem Umfeld gelegen, in dem die meisten Freunde rauchen, nennt Tobias Büthe einen Grund, den alle drei kennen. Dass der Ausstieg in Abhängigkeit vom persönlichen Umfeld schwerer oder leichter sein kann, haben die vier Schüler ebenfalls erfahren. Manuela Schwarz: "In meinem Bekanntenkreis gibt es etwa jeweils 50 Prozent Raucher und Nichtraucher. Dabei haben mich besonders die Nichtraucher ermuntert durchzuhalten." Ebenso habe der Kostenfaktor eine wesentliche Rolle gespielt bei der Entscheidung, mit dem Rauchen aufzuhören. "Der Kostenfaktor ist erheblich bei einem Tageskonsum von durchschnittlich zehn bis sogar 20 Zigaretten", ergänzt Sigrid Krause-Alberski. In vielen Fällen seien Stress-Situationen Auslöser für verstärktes Rauchen. Deshalb hätten unter anderem Entspannungsübungen zu den Trainingseinheiten gehört, zu denen sich die Aussteiger wöchentlich getroffen haben, die seit bis zu drei Jahren an die Zigarette gewöhnt gewesen seien. "Gesundheitsaspekte" führt Tobias Büthe an - und weil ihm beim sportlichen Test die Puste ausgeblieben sei, rauche er jetzt jedenfalls sehr viel weniger als vorher. Mike Soethe kann aus eigener Erfahrung mit dem Aufhören bestätigen: "Oh ja, es hat viel Überwindung gekostet, aber ich hab's mir in den Kopf gesetzt, nicht wieder anzufangen, obwohl die Unterstützung aus meinem Freundeskreis ziemlich unterschiedlich ist." "Es ist ein hartes Brot, und ich habe Hochachtung vor jenen, die den Mut haben, diesen Schritt zu gehen, und es packen", erkennt Manfred Stoller als Lehrer an, der weiterhinähnliche Projekte in der Schule anbieten will. Denn: "Schulleiter Heinz Pettenpaul und sein Stellvertreter Ludwig Schröder fördern alle Initiativen dieser Art."



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