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Rintelner Tafel versorgt rund 1200 Bedürftige / Hartz-IV-Empfänger auch hinter dem Tresen

Nur vier Geschäfte in Rinteln helfen der "Tafel"

Rinteln (la). "Bundesweit gab es im Vorjahr rund 300 Tafeln. Innerhalb von zwölf Monaten sind 100 Tafeln hinzu gekommen. Wenn ein Unternehmen von Expansion sprechen kann, ist das eigentlich ein Grund zur Freude. Hier aber ist das eine bedenkliche, wenn nicht bedrohliche Entwicklung, denn es zeigt, dass die Armut in Deutschland stetig zunimmt", berichtete Ursula Krüger vomDeutschen Roten Kreuz den Mitgliedern des Sozialausschusses.

veröffentlicht am 06.05.2006 um 00:00 Uhr

Yvonne Wagner und Henriette Reiswich verteilen Lebensmittel bei

Die Rintelner Tafel versorgt derzeit rund 1200 Bedürftige mit Lebensmitteln. Davon seien rund 65 Prozent ausländische Mitbürger, zumeist Russland-Deutsche, schilderte Ursula Krüger. Nach der Einführung von Hartz IV habe es einen Wandel gegeben, der dem Deutschen Roten Kreuz als Träger der Rintelner Tafel sehr zu schaffen mache. Seit der Umstellung könne die Tafel nur noch auf Hartz-IV-Empfänger als Mitarbeiter zurückgreifen: "Die Hoffnung, dass sich auch Ehrenamtliche zur Verfügung stellen, haben wir noch nicht aufgegeben, aber es gibt nur wenige, die bereit sind, kontinuierlich mitzuarbeiten." Regelmäßig sind in der Rintelner Tafel drei bis vier Mitarbeiterinnen mit der Sortierung und der Ausgabe der Lebensmittel beschäftigt, dazu kommen zwei Fahrer, die täglich bis zu 30 Supermärkte und Bäckereien anfahren, die Lebensmittel abholen, um sie dann an die vier Tafeln im Schaumburger Land auszuliefern. In Rinteln sind es vier Geschäfte, die für die Tafel spenden, dazu kommen die Edeka Märkte aus Veltheim und Stemmen. Was nicht immer ausreiche. "Wir wünschten uns für Rinteln eine bessere Akzeptanz der Tafel und mehr Hilfe von Märkten für diese Institution", betonte Ursula Krüger. Unter den vorhandenen Lebensmittel könne der Tafel-Kunde auswählen, für ältere Menschen würden Pakete gepackt. Pro Erwachsener berechnet die Tafeln einen Euro pro Ausgabe, für Kinder 50 Cent. Dieses Einnahmen wiederum trügen zu einem kleinen Teil zur Deckung von Kosten bei - ohne Sponsoren sei das Projekt allerdings nicht zu führen. Einen große Erleichterung bei der Logistik habe das neue 50 000 Euro teure Kühlfahrzeuges gebracht, schilderte Ursula Krüger: "Wir konnten die Anschaffung wagen, denn die Hälfte der Kosten hat Daimler-Chrysler übernommen, die andere Hälfte wurde gemeinsam von der Stadt Stadthagen, der Veranstaltung "Matjes mit Musik" in Stadthagen und der Stadt Rinteln getragen: "Dieses Fahrzeug ist für uns Gold wert". Die Rintelner Tafel in der Klosterstraße 18b, ist von montags bis freitags von 12 bis 14 Uhr geöffnet.

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