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Verlängerung der Betreuungszeiten möglich / Ortsrat geht Klinken putzen

Nur noch vier Kinder: Spielkreis Uchtdorf droht nach 20 Jahren das Aus

Uchtdorf (who). In den gut 20 Jahren seines Bestehens sind im Spielkreis im Uchtdorfer Dorfgemeinschaftshaus Hunderte von Kindern betreut worden und haben sich in der familiären Atmosphäre wohl gefühlt. Wohl hauptsächlich der drastische Knick in der demografischen Entwicklung hat dazu geführt, dass zurzeit nur noch jeden Morgen vier Kinder zu Brigitte Sievert und Vera Vöge aus Exten gebracht werden.

veröffentlicht am 11.09.2007 um 00:00 Uhr

Das sind auf jeden Fall zu wenig, um den Betrieb einer Tagesstätte zu rechtfertigen, hatte die Rintelner Stadtverwaltung festgestellt und die Schließung des Spielkreises in Aussicht gestellt. Bis Ende September hat der Ortsrat jetzt noch Zeit, um eine andere Lösung herbei zu führen. Allerdings nur, wenn die Kinderzahl deutlich erhöht werden kann. Der Taubenberger Ortsrat möchte den Spielkreis liebend gerne erhalten, erklären Ortsbürgermeister Dieter Budde aus Goldbeck und sein Stellvertreter Dieter Schroll aus Uchtdorf. Dass man die Sache andererseits realistisch sehen müsse sei allen Ortsratsmitgliedern natürlich auch klar, so Budde, denn: "Wir könnten es selbstverständlich nicht dem Steuerzahler gegenüber verantworten, den Betrieb aufrecht zu erhalten, weil die Kosten bei so wenig Kindern viel zu hoch sind." Eine gewisse Chance, die Schließung zu vermeiden gibt es aber noch, meint Dieter Schroll, dessen inzwischen erwachsene Kinder ebenfalls den Spielkreis im Dorf besucht und sich dort wohl gefühlt haben. Schroll weiß, es gibt eigentlich noch Kinder im Ort im Spielkreis-Alter, die entweder zu Hause betreut oder von ihren Eltern in andere Tagesstätten der Umgebung gebracht werden. Die meist gehörte Begründung dabei: Die Betreuungszeit in Uchtdorf von acht bis 12 Uhr ist für Berufstätige ungünstig und nicht ausreichend. Dieses Problem könnte unproblematisch und schnell gelöst werden, erklärt Brigitte Sievert als Leiterin des Spielkreises, die in den 20 Jahren ihrer Tätigkeit viele Uchtdorfer Kinder mit ein Stück groß gezogen hat. Sie erinnert an das wiederholte Angebot aus: "Wir haben mehrmals angeboten, die Betreuungszeiten zu erweitern, daran sollte es nicht scheitern." Zusammen mit Vera Vöge aus Exten an der Seite sei die personelle Besetzung ausreichend um bis zu 10 Kinder zu betreuen als Voraussetzung für den Betrieb einer Kindertagesstätte der Kategorie Spielkreis. In der Vergangenheit hat es ganz anders ausgesehen, erinnert sich Brigitte Sievert: "Wir hatten in den meisten Jahren immer 20 Jungen und Mädchen und mussten Eltern aus den umliegenden Dörfern absagen, die ihre Kinder gerne zu uns bringen wollten, weil es hier so gemütlich zu ruhig zuging." Deshalb seien auch Kinder aus Exten gekommen, nun aber nicht mehr, weil der dortige Kindergarten inzwischen auch etliche Plätze frei habe. "Der Ortsrat möchte, dass der Spielkreis weiterbesteht und geht zurzeit in Uchtdorf von Haus zu Haus und putzt Klinken, um Eltern zu überzeugen, das sie sich entscheiden, ihre Kinder nicht in andere Orte zur Betreuung zu bringen", erklärt Schroll. Ein Argument für die Spielkreis-Betreuung sei nicht zuletzt, das neuerdings das dritte Kindergartenjahr für die Eltern kostenfrei sei. Unter besonderen Umständen sogar noch darüber hinaus. Kontakt: Interessierte Eltern können sich melden bei der Leiterin des Spielkreises Uchtdorf bei Brigitte Sievert unter (05751) 44499 oder beim stellvertretenden Ortsbürgermeister, Dieter Schroll, unter (05751) 34 95.



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