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Khalid Pashtoon begleitet Edathy

Nur Minderheit unterstützt die Taliban

Stadthagen (bes). Während seines dreitägigen Aufenthalts in Deutschland hat Khalid Pashtoon nicht nur einen Einblick in die Wahlkreisarbeit eines Bundestagsabgeordneten bekommen. Auch über die Ansichten und die Mediennutzung der Deutschen erfuhr er etwas.

veröffentlicht am 04.12.2008 um 00:00 Uhr

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Auf Einladung des SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy informierte sich der afghanische Parlamentarier Khalid Pashtoon am vergangenen Wochenendeüber die Arbeit Edathys in dessen Wahlkreis. Der 1960 in Kandahar geborene Pashtoon vertritt den Wahlkreis seiner Heimatstadt im afghanischen Parlament und ist Mitglied in Ausschuss für innere Sicherheit und Grenzkontrollen. Gemeinsam nahmen er und Edathy in den vergangenen Tagen an der Jahresversammlung des SPD-Ortsvereins Seggebruch teil (siehe unten), besuchten die Heeresfliegerwaffenschule in Bückeburg und wurden von Alexander zu Schaumburg-Lippe empfangen. Auch ein Pressegespräch stand auf dem Programm der Politiker. Bereits zu Beginn der Unterhaltung erklärte Pashtoon, dass es afghanischen Parlamentsmitgliedern im Gegensatz zu Bundestagsabgeordneten nicht möglich ist, sich ohne Sicherheitsvorkehrungen einfach auf der Straße zu bewegen. Aber trotz dieser negativen Aspekte gäbe es in Afghanistan auch viel Positives. "Denn wir haben mithilfe der internationalen Gemeinschaft einen langen Weg zurückgelegt", betonte er. Allerdings liege auch noch ein Stück Weges vor Afghanistan. Um diese Aufgaben bewältigen zu können, müssten Afghanistan und die internationale Staatengemeinschaft die begonnen Entwicklung fortsetzen, machte Pasthoon deutlich. Für ihn und seine afghanischen Kollegen sei es dabei eine der wichtigsten Aufgaben, ihre Landsleute davon zu überzeugen, dass die in Afghanistan stationierten Truppen wieder abziehen werden. Denn dies sei einer der großen Unterschiede zwischen den russischen Besatzern und der internationalen Gemeinschaft. "Die Russen haben gesagt, wir gehen nicht mehr. Die internationale Gemeinschaft sagt: Wir werden abziehen." Dies müsse den Menschen dort klar gemacht werden. Umso erstaunter zeigte er sich darüber, dass sich einige Deutsche hauptsächlich durch das Fernsehen informieren. Denn dadurch glaubten sie, dass die Taliban viele Anhänger hätten. Stattdessen sei es genau umgekehrt. "Die Inder, Afghanen, Iraker und Pakistani lehnen die Taliban ab, nur eine Minderheit unterstützt sie", betonte Pashtoon. Die Menschen in seinem Land und den Nachbarstaaten seien vielmehr tolerant und liebenswert. So ist in den Medien nicht darüber berichtet worden, dass in den vergangenen Jahren 500 Schulen für zwei Millionen Kinder errichtet worden sind, betonte Pashtoon. "Wenn die Medien aber melden, eine Schule ist in Brand gesteckt worden, sagen die Leute: Die sind gegen Bildung. Aber genau das Gegenteil ist der Fall."



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