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Chef des "Hit-Reiseclubs" in Buchholz dankt für gute Zusammenarbeit

"Nur in Schaumburg hat man meine Idee ernst genommen"

Buchholz (mig). Ein in Deutschland undÖsterreich operierender Reiseveranstalter mit Firmensitz in Buchholz? Kaum zu glauben: Aber sogar für Bertelsmann, Edeka und Marktkauf organisiert der "Hit-Reiseclub" Busreisen und Flüge.

veröffentlicht am 15.09.2006 um 00:00 Uhr

Der "Club" ist seit fünf Jahren in Buchholz ansässig. Milster ni

Vor fünf Jahren siedelte sich der "Hit-Reiseclub" in Buchholz an, vier Angestellte arbeiten inzwischen im Firmensitz an der Bückebergstraße. Die relativ günstige Lage nahe der A2 war bei der Entscheidung allerdings nicht ausschlaggebend, viel dringender benötigt der "Club" einen guten Anschluss an den Datenhighway. Der Grund: Als Direktvermarkter wickeln die Reisefachleute einen großen Teil ihres Geschäftes über Mailing ab. "Es spielt bei unserer Arbeit keine Rolle, wo wir arbeiten, das kann auch ein Bauernhof am Walde sein", verdeutlicht Geschäftsführer Jochen Milster das Prinzip. Er macht deshalb vor allem die gute Standortpolitik der Samtgemeinde verantwortlich für die Entscheidung, sich hier niederzulassen. "Mehrere Regionen standen zur Disposition, unter anderem Hessen", erinnert sich der Unternehmer an die "Gründerjahre". Nur in Schaumburg sei er mit seiner Idee aber wirklich ernst genommen worden. Kein Wunder, denn Samtgemeindebürgermeister Heinz Wischnat kämpfte damals um jeden Arbeitsplatz. "Für mich ist jeder seriöse Unternehmer von Interesse, der hier investieren will", erläutert Wischnat sein Handeln im Rückblick. Dass es sich einmal rentieren könnte, Reisen in großem Stil ohne Zwischenschaltung von Reisebüros aufzukaufen und direkt zu vermarkten, war 2001 nicht abzusehen. "Erst als ich später einen Bertelsmann-Katalog aufgeschlagen habe, habe ich gesehen, was ich im positiven Sinn angerichtet hatte." Inzwischen ist der "Hit-Reiseclub" laut Wischnat der "mit Abstand" stärkste Gewerbesteuerzahler der Samtgemeinde. Auch wenn sich das Oberhaupt der Samtgemeinde noch heute über die gelungene Ansiedelung des finanzkräftigen Unternehmens freut, der Blick zurück ist nicht ungetrübt. "Ich schäme mich, dass ich der Firma keine schönere Immobilie in Bad Eilsen habe anbieten können." Statt ins Herz der Samtgemeinde musste Jochen Milster nach Buchholz ziehen. Das brachte für den "Hit-Reiseclub" einige Nachteile mit sich. Da die Telekom den ländlichen Raum beim Verlegen der Leitungen links liegen lässt, war der Betrieb bis 2005 nicht ans schnelle DSL-Netz angeschlossen. Derzeit ist es die Post, die Milster Kopfschmerzen macht. "Obwohl wir kein kleiner Kunde sind, ist deren Service unzureichend," übt er Kritik. Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit bewegt Heinz Wischnat deshalb vor allem die Frage, ob der Betrieb auch weiter in Schaumburg ansässig bleibt. Glücklicherweise sieht es derzeit nicht danach aus, als würde der "Club" schon bald selbst die Koffer packen. Immerhin ist Jochen Milster vor einiger Zeit zum Firmensitz nach Buchholz gezogen. Wischnat: "Das scheint mir ein Beleg dafür, dass die Firma noch lange bleibt." Wirklich festlegen lässt sich der "Hit-Reiseclub-Geschäftsführer aber nicht. "Wir sind bestimmt noch einige Jahre hier," verspricht er, grenzt aber ein: "Wir müssen abwarten, ob die gute Zusammenarbeit auch weiter funktioniert..."

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