weather-image
Sportler des Jahres: Ingeborg Czech wird für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet

"Nur Hausarbeit, das war nichts für mich"

Obernkirchen (rnk). Ja, ein bisschen hat sie sich schon gewundert, dass sie bei der diesjährigen Auszeichnung der Sportler des Jahres dabei war, sagt Ingeborg Czech, denn da sei sie doch die einzige Nicht-Sportlerin gewesen.

veröffentlicht am 26.07.2008 um 00:00 Uhr

0000494299.jpg

Genau so war es, doch ohne Menschen wie Ingeborg Czech würde vielen Sportlern die Unterstützung durch den Verein fehlen, denn dort arbeitet die Obernkirchenerin: Still, unauffällig, ehrenamtlich - und das schon seit vielen Jahrzehnten. Nach Obernkirchen kam Ingeborg Czech durch den Zweiten Weltkrieg, als Kind mit ihren Großeltern. 1956 hat sie geheiratet, damals hat sie noch bei Schröder und Wagner gearbeitet, dann kamen zwei Kinder und das Leben als Hausfrau begann. Zum MTV fand sie 1965, als sie Mitglied der Gymnastiksparte wurde. Die Übungsleiter wechselten, Ingeborg Czech blieb. Und wurde Kassenwartin. "Der MTV war damals noch ein kleiner Verein mit 100 Mitgliedern, die Arbeit war schnell erledigt", erzählt die Obernkirchenerin, die in diesem Jahr 73 wird und glatte 15 Jahre jünger aussieht. Vielleicht ist es ja das soziale Engagement, das jung hält, denn bald wurde sie Übungsleiterin: "Du kannst das, hat man mir gesagt - und dann war ich im Amt." Ein Amt, das sie seit 39 Jahre regelmäßig ausübe, wie Bürgermeister Oliver Schäfer auf der Siegerehrung hervorhob. Eine schöne Zeit war das, erzählt Ingeborg Czech. Man konnte die Ausbildung machen, sich Anregungen holen, in Melle und Hannoversich auf den Lehrgängen weiterbilden lassen und dann in den eigenen Vereinen weitergeben: "Nur Hausarbeit, das war nichts für mich", sagt sie und lacht. Seit 1970 ist sie Kassiererin des MTV Obernkirchen und hat dabei durch persönlichen Einsatz und Engagement wesentlich zum Erhalt und zur Stabilität des Bestandes des MTVO beigetragen. Das ehrenamtliche Engagement hat sie in ihrer Familie geteilt: mit ihrem Mann Hubertus, der sich bei den Schützen auf Kreisebene engagierte und noch heute den Nachwuchs ausbildet. Sie ist seit Jahren im Turnkreis Schaumburg engagiert, wo sie unter anderem Schriftführerin war. Viele Ämter, die auch Zeit kosten, oder? "Stimmt", sagt sie, "und mein Mann hat oft, wenn er ein Amt abgegeben hat, gesagt, ich müsse auch mal eins aufgeben. Ich habe dann immer geantwortet: ,Warte ab, bald hast du auch wieder ein neues Amt'. Und so kam es ja auch immer." Die heutige Rolle des Turnkreises sieht sie kritisch, am besten wäre es, wenn der Turnkreis im Kreissportbund aufgehen würde: "Es werden dort nur noch wenige Lehrgängen angeboten." Auch wenn sie schon einige Ehrungen erhalten hat wie die Bronzenadel des Turnkreises Schaumburg 1984 oder die Silberne und Goldene Ehrennadel des Landessportbundes - die Auszeichnung als Sportler des Jahres war etwas besonderes, wie sie sagt: "Schließlich ist es auch schön, wenn die Arbeit hinter den Kulissen gewürdigt wird."



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt