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Der Männergesangverein Obernkirchen hat für 2007 anspruchsvolle Ziele

"Nur gemeinsam sind wir ein Chor - und ein sehr guter noch dazu"

Obernkirchen (rnk). Die Jahreshauptversammlung des Männergesangvereins von 1870 wird wohl als eine der heitersten in die Vereinschronologie eingehen. Denn nach einem bewegten, gar schweren Jahr hat sich bei den Sangesbrüdern am Ende alles zum Guten gefügt.

veröffentlicht am 15.02.2007 um 00:00 Uhr

Der MGV unter dem Dirigat von Werner Hobein verabschiedet Mitte

Als am 12. Januar 2006 das neue Jahr mit der ersten Chorprobe begann, konnte keiner ahnen, was in den nächsten Monaten auf die 35 aktiven Sänger zu kommen würde. Wenige Tage später bat Chorleiter Hubertus Böer um Auflösung seines Vertrages, mehr oder weniger von einem Tag auf den anderen stand der Verein ohne Dirigent dar. Gleich zwei Jahreshauptversammlungen waren nötig, um das schlingernde Schiff namens Männergesangverein auf Kurs zu halten. Zwar hatte der Vorstand schon früh Kontakt mit Stefan Fitzke aus Nienstädt als Nachfolger von Böer aufgenommen, doch es gab jede Menge Fragezeichen auf beiden Seiten. Vor allem das Alter des potentiellen neuen Chorleiters gab manchen Anlass zur Besorgnis: Fitzke ist 27 Jahre jung, mancher im Männergesangverein könnte problemlos sein Großvater sein. Es ist sicherlich der große Verdienst von Werner Hobeln, dass sich die Sänger und ihr neuer Chorleiter in Ruhe beschnuppern konnten. Denn Hobein übernahm kommissarisch die Aufgabe des Chorleiters und "gab uns so die Sicherheit, in aller Ruhe suchen und entscheiden zu können", wie es der MGV-Vorsitzende Klaus-Dieter Scheithauer auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung in seinem Rückblick ausdrückte. Dass es dann doch so schnell gehen würde, einen Nachfolger zu finden, konnte im Frühjahr ja keiner ahnen. Hobein dirigierte ein gutes halbes Jahr die Sänger und führte sie souverän durch die großen und kleineren öffentlichen Auftritte. Dass das Vereinsleben unter der Nachfolge-Suche keineswegs gelitten hat, bewies der Jahresrückblick. 68 öffentliche Proben und Auftritte waren 2006 zu absolvieren, von der Teilnahme am "Tag des Liedes" in Wunstorf, der Verabschiedung des Stein-Geschenkes an die Partnerstadt Schaumburg in Illinois, das Benefizkonzert zur Sanierung des jüdischen Friedhofes, der Mühlentag in Meißen, der Auftritt beim Symposium, der Volkstrauertag, den der MGV in Obernkirchen und am Ehrenmal unterhalb der Paschenburg musikalisch begleitete sowie der Adventsgottesdienst und der Weihnachtsgottesdienst - es gab viele Termine, auf denen der Verein seinen Anspruch, ein ernsthafter Kulturträger der Stadt zu sein, musikalisch untermauern konnte. Dass der Gesangverein zu so vielen Gelegenheiten auftreten konnte, dies habe auch am Umgang im Vorstand gelegen, erklärt Scheithauer auf der Jahreshauptversammlung: Äußerst angenehm, lebendig und fruchtbar sei die Zusammenarbeit gewesen - das setzt Energien frei, gute Ergebnisse stellen sich ein. Denn der anfangs sicherlich mit einer gewissen Skepsis betrachtete Altersunterschied spielte in der Zusammenarbeit mit Stefan Fitzke ganz schnellüberhaupt keine Rolle mehr. Scheithauer begründete es so: Gegenseitiger Respekt und gemeinsame Ziele hätten zu einer fachkundigen Arbeit geführt: "Denn nur gemeinsam sind wir ein Chor - und ein sehr guter noch dazu."

Klaus Reinhold
  • Klaus Reinhold
Siegfried Scheer
  • Siegfried Scheer
Klaus-Dieter Scheithauer
  • Klaus-Dieter Scheithauer

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