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Linksherzkathetermessplatz ab heute in Betrieb / Zwei Millionen Euro in neue Abteilung investiert

Nur ein kleiner Schnitt für den Patienten...

Stadthagen (fox). Ein Gesamtvolumen von mehr als zwei Millionen Euro ist in den vergangenen Monaten in den Linksherzkathetermessplatz im Stadthäger Kreiskrankenhaus geflossen. Am heutigen Montag wird die neue Abteilung in Betrieb genommen. Dann verfügt das Klinikum Schaumburg über eine der modernsten medizinischen Messanlagen auf dem Markt, fünf neue Arbeitsplätze wurden geschaffen.

veröffentlicht am 06.11.2006 um 00:00 Uhr

Verwaltungsleiter Friedrich Nolte (l.), Stationsschwester Barbar

Die Bauarbeiten in der "Station 3" - der Inneren Abteilung und Revier von Chefarzt Eckhardt Flohr - sind abgeschlossen. Auf einer Fläche von rund 200 Quadratmetern ist im Stadthäger Kreiskrankenhaus aus sechs Patientenzimmern und einem Warteraum eine komplett neue Abteilung entstanden. Wie Verwaltungsleiter Friedrich Nolte erläuterte, stehen dem Linksherzkathetermessplatz nun in einem neuen Überwachungsraum fünf Betten zurVerfügung. Von einem zentralen Messraum aus wird die Arbeit an dem hochmodernen Messapparat durch eine große Glasscheibe überwacht. Das Herzkatheterlabor, ein großer Raum mit Patiententisch und röntgenstrahlgestützem Durchleuchtungsgerät sowie mehreren Monitoren und Steuereinheiten, wird nach Flohrs Worten rein gehalten wie ein Operationssaal, obwohl die Eingriffe nur durch einen kleinen Schnitt vorgenommen werden. Die Wände des Raums sind strahlensicher abgeschirmt. Sehr zupass kommt dem Chefarzt die unmittelbare Nähe zur Intensivstation. Treten Komplikationen auf, müsse nur der Korridor überquert werden. Für den neuen Bereich hat das Kreiskrankenhaus fünf neue Arbeitsstellen geschaffen. Drei Schwestern sowie zwei Kardiologen treten in diesen Tagen ihren Dienst in Stadthagen an. Insgesamt 500 000 Euro hat die Klinik in den Stationsumbau investiert. Diese Summe ist durch einen Zuschuss des Sozialministeriums voll gedeckt. Das rund 700 000 Euro teure Katheterlabor ist nicht Eigentum des Kreiskrankenhauses. Vielmehr tritt das Klinikum als Leasingpartner auf und betreibt das Labor in Kooperation mit den Schüchtermann-Schiller'schen Kliniken in Bad Rothenfelde (Osnabrücker Land). Wie Nolte ausführte, benötige das Kreiskrankenhaus rund 1300 stationäre und ambulante Patientenuntersuchungen jährlich, damit sich die Leasingkooperation rechnet. Das Klinikum Schaumburg ist nach Auskunft des Verwaltungsleiters nun in der Lage, "frische" Infarktpatienten zu 100 Prozent innerhalb des Landkreises zu versorgen. Bislang mussten lange Anfahrtswege nach Minden oder Bad Oeynhausen in Kauf genommen werden. Noch im Rohbau befindet sich ein Anbau an der Krankenhausrückseite, den das Klinikum noch einmal rund 800 000 Euro kostet. Dort werden auf drei Etagen die durch den Umbau verloren gegangenen sechs Patientenzimmer untergebracht. Das Kreiskrankenhaus erreicht durch diesen Schritt wieder seine Sollstärke von 198 Betten. Spätestens im Dezember ist auch dieser Trakt nutzbar.

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