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Wahl in knapp vier Monaten: Welche Direktkandidaten um den Landtags-Einzug zittern müssen

Nur Anja Piel hat Mandat so gut wie sicher

Landkreis (joa/ll). Anja Piel, Parteichefin von Niedersachsens Grünen und in Hessisch Oldendorf zu Hause, war im Juni beim Parteitag in Wolfsburg mit dem festen Vorsatz angetreten: „Ich will Platz 1 auf der Liste für die Landtagswahl.“ Und sie kam auf Platz 1. Damit ist die 46-Jährige, die für den heimischen Wahlkreis 38 (Hameln, Hessisch Oldendorf, Rinteln) kandidiert, mit ihrem nicht zu toppenden Listenplatz einzige Spitzenkandidatin für die hiesigen Wähler bei der Wahl zum 17. Niedersächsischen Landtag, die am 20. Januar 2013 stattfinden wird.

veröffentlicht am 28.11.2012 um 16:17 Uhr
aktualisiert am 07.12.2012 um 16:18 Uhr

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Mit den Plätzen auf den Wahllisten werden die Kandidaten eines gemeinsamen Wahlvorschlags einer Partei in eine bestimmte Reihenfolge gesetzt. Bei der Listenwahl können die Kandidaten einer Partei, die zur Wahl antreten, von den Wahlberechtigten entsprechend der festgelegten Reihenfolge gewählt werden. Während der Einzug der erstgenannten Kandidaten ins Landesparlament als relativ abgesichert gilt, haben die hinteren Kandidaten nur bei einem für die Partei günstigen Wahlausgang eine Chance auf einen Sitz in Hannover.

Das dürfte auch für die Grüne Maria Börger-Sukstorf aus Stadthagen zutreffen. Sie kandidiert für den Landtagswahlkreis 37 (Bückeburg, Eilsen, Obernkirchen, Nienstädt, Auetal, Stadthagen, Rodenberg, Nenndorf) und hat beim Grünen-Parteitag in Wolfsburg Listenplatz 31 erreicht. Ob Börger-Sukstorf es in den Landtag schaffen wird, ist ungewiss. Derzeit stellt die Grünen-Fraktion jedenfalls nur zwölf Abgeordnete insgesamt im niedersächsischen Parlament.

Noch gar keinen Listenplatz gibt es indes bei den CDU-Kreisverbänden in Hameln-Pyrmont und Schaumburg, für die die Landtagskandidaten Mike Schmidt (Wahlk. 37) und Otto Deppmeyer (Wahlk. 38) antreten: „Wir werden die Reihenfolge erst am 3. November bei der Landeslistenwahl in Hannover festlegen“, erklärt Walter Klemme, Kreisgeschäftsführer der Hameln-Pyrmonter Christdemokraten. Dann nämlich sollen gleichzeitig die Kandidatenplatzierungen sowohl für die Landtags- als auch für die Bundestagskandidaten festgelegt werden – um die Chancen auf einen Parlamentseinzug besser aufeinander abzustimmen, so Klemme.

Weit abgeschlagen auf der SPD-Landesliste sind unterdessen der Steinberger Heiner Bartling (Wahlk. 38) und der Stadthäger Karsten Becker (Wahlk. 37). Während Becker auf Listenplatz 45 geführt wird, ist Bartling sogar noch weiter hinten vertreten – auf Platz 66 der insgesamt 87 Plätze umfassenden SPD-Liste. Die beiden SPD-Kandidaten sind so auf gute Einzelergebnisse angewiesen. Zwar gelten die beiden Schaumburger Wahlkreise als Hochburgen für die Sozialdemokraten, sicher ist der Landtagseinzug für Becker und Bartling dennoch nicht.

Beim Landesparteitag der FDP in Osterholz-Scharmbeck waren 82 Listenplätze vergeben worden. Kathrein Bönsch aus Hameln (Wahlk. 38) ist auf Platz 47 gewählt worden. Ralf Kirstan aus Rinteln (Wahlk. 37) kam auf Platz 52. Große Chancen, ohne Direktmandat in den Landtag einzuziehen, werden beiden FDP-Kandidaten nicht zugerechnet. Ähnliches gilt für die Direktkandidaten der Linken. Sowohl Bernd Mex (Wahlk. 38) als auch Renate Engelmann (Wahlk. 37) haben beim Landesparteitag im Juli in Hannover keinen der aussichtsreichen zwölf Plätze erreicht. Die heimischen Linken-Kandidaten werden nicht einmal unter den ersten 25 der Landesliste geführt.

Gute Aussichten, ab Januar im Landesparlament vertreten zu sein, hat ein Pirat: Nach einer Aufstellungsversammlung im August in Delmenhorst stehen 30 Listenkandidaten der Piratenpartei Niedersachsen fest. Mit dem Listenplatz 8 kann der Hameln-Pyrmonter Kreistagsabgeordnete Constantin Grosch (Wahlk. 38) optimistisch Richtung Wahl blicken. Nach Angaben der Piratenpartei wäre Grosch bereits ab einem Ergebnis von 5,4 Prozent für die Partei dabei. Bei den letzten Umfragen zur Landtagswahl kamen die Piraten auf 7 Prozent. Der Kandidat der Piratenpartei für den Wahlkreis 37, Bernd Riensch aus Stadthagen, taucht hingegen nicht unter den ersten 30 der Piraten-Landesliste auf.



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