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Straße und Bürger-Brücke eingeweiht / 9000 Euro von 37 Spendern / "Gut angelegtes Geld"

Nur an die Schere hat niemand gedacht

Rehren (kdt). Alles war für den großen Augenblick vorbereitet, die Mitarbeiter des Bauhofes hatten bis zur letzten Minute Hand angelegt, das Band war gespannt, der Landrat war pünktlich vorgefahren und zahlreiche Rehrener Bürger waren erschienen, um dem Ereignis nahe zu sein. Doch niemand hatte an eine Schere gedacht, mit der Auetals Bürgermeisterin Ursula Sapia, Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier und Bauoberrat Rainer Feldmann vom Niedersächsischen Straßenbauamt in Hameln das Band zerschneiden konnten, um die neue "Bürgerbrücke" über die Aue einzuweihen. Wie schon beim Bau dieser Brücke, die durch tatkräftige Unterstützung neun aktiver ehrenamtlicher Bürger - Dieter Schütze, Heini Stemme, Wilhelm Hothan, Heinrich Bode, Hermann Schwiezer, Klaus Schönemann, Harry Depping, Klaus Rodewald und Werner Sapia - zusammengesetzt und gestrichen wurde, kam die Hilfe wieder aus der Bevölkerung: als Nagelschere aus der Handtasche einer Bürgerin. Bei so viel Gemeinsinn und insgesamt 37 Spendern, die mit kleinen und großen Beträgen die Gesamtkosten von rund 9000 Euro aufgebracht hatten, scheint das Bauwerk unter einem guten Stern zu stehen.

veröffentlicht am 30.08.2006 um 00:00 Uhr

Bürgermeisterin Ursula Sapia nimmt eine Nagelschere zur Hilfe, u

In einer kleinen Feierstunde hinter der "Alten Molkerei" in Rehrens neuem Ortsmittelpunkt ging die Bürgermeisterin dann auf die Fertigstellung der Rehrener Straße ein, die das Auetaler Grundzentrum nun in einem neuen ansehnlichen Ambiente erscheinen lässt. Sechs Jahre ist es her, als in Hannover alles auf die Expo ausgerichtet war und die Autobahn A 2 auf sechs Spuren verbreitert wurde. Im Zuge dieser Maßnahme sollte auch der Knotenpunkt an der Autobahnausfahrt/Rehrener Straße/Schulstraße verkehrstechnisch neu geregelt und ausgebaut werden. Es vergingen jedoch fünf Jahre, ehe mit dem Ausbau begonnen wurde, obwohl die Rehrener Straße (auch als Landesstraße 443 bekannt) schon immer eine viel befahrene Umleitungsstrecke in allen Richtungen für die A2 war. Bis dato waren keine geregelten Verkehrswege vorhanden, die Straße war nur auf einer Seite mit einem ungeordneten Fußweg versehen, der teilweise von parkenden Fahrzeugen blockiert war. Die Straße selbst war in einem desolaten Zustand, dass die Verkehrssicherheit in Frage gestellt war. "Als es endlich so richtig losgehen sollte, kam der lange Winter und die Bauarbeiten wurden zum Leidwesen der Anlieger und Betriebe eingestellt", so die Bürgermeisterin, die sich so manches Mal den Zorn der betroffenen Bürger anhören musste, bis die Straße wieder befahrbar war. Letztendlich haben alle durchgehalten und können jetzt, nachdem noch 16 Bäume gepflanzt sind, schon fast auf eine Flaniermeile schauen. Dieses Aussehen hat die Gemeinde Auetal 226 000 Euro gekostet, hauptsächlich für den Geh- und Radweg, den Knotenpunkt und Gehweg in das Industriegebiet. Die Idee mit der Fußgängerbrücke entstand, als die Einwohner erfuhren, dass die Landesstraße nur bis zur Straßenbrücke über die Aue saniert wird und die Brücke - aus Kostengründen - ausgespart bleibt. Die SPD-Bau-AG machte den Vorschlag, selbst Hand anzulegen und gemeinsam mit den Bürgern für mehr Sicherheit zu sorgen. Schnell waren dann die Handwerker und zahlreiche Sponsoren gefunden, die das Gemeinschaftswerk entstehen ließen. Ihnen allen wollte auch Landrat Schöttelndreier danken, der die aktive Mitgestaltung der Bürger begrüßte: "Insgesamt sind zwei Millionen Euro - davon 500 000 Euro für die Ortskernentwicklung - vom Landkreis Schaumburg in das Auetal geflossen. Geld, das gut angelegt ist, wenn sich die Bürger wohl fühlen."

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