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Schützenverein Welsede sieht keine Zukunft mehr und löst sich auf / Was wird aus dem Vereinsheim?

Nun ist Schluss – nach 50 Jahren fällt der letzte Schuss

Welsede (ll). Die demografische Entwicklung hinterlässt deutliche Spuren: Den Vereinen gehen die Mitglieder aus. Nachdem im letzten Jahr bereits der Männergesangverein aus Emmern seine Auflösung bekannt gegeben hatte, trifft es nun einen weiteren Traditionsverein aus dem Emmerthaler Gemeindegebiet. Der Schützenverein Welsede sieht keine Zukunft mehr in seinem Fortbestand und beendet den Schießbetrieb nach 50 Jahren.

veröffentlicht am 07.07.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 15:21 Uhr

Nachdem die Schützen in Welsede bereits im vergangenen Jahr die Auflösung ihres Vereins angesprochen hatten, sehen die Mitglieder jetzt keine andere Alternative als die Streichung aus dem Vereinsregister. „Uns fehlt der Nachwuchs seit vielen Jahren“, sagt Hubert Hennig, Vorstandsmitglieder und Kassierer der Welseder Schützen. Eine Belebung des Vereins durch neue Mitglieder stehe nicht in Aussicht. Aktuell zählt der Welseder Schützenverein noch 22 Mitglieder. „99 waren es einmal in den 70er Jahren“, sagt Hennig.

Als mögliche Gründe für die stetig sinkende Mitgliederzahl gibt Hennig „fehlendes Interesse am Schießsport“, „gute Jugendarbeit von Feuerwehr und Jugendrotkreuz“ als konkurrierende Institutionen für junge Leute im Ort und das Fehlen „entsprechender Leute, die sich darum kümmern“ an. Laut Hennig wird nun am 11. September in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung das Ende der Welseder Schützen beschlossen. Während die laut Vereinsrecht bei Auflösung des Vereins verpflichtende Übergabe des Vermögens an die Gemeinde Emmerthal dem Vorstand unproblematisch erscheint, steht in Bezug auf die Weiternutzung des Schützenhauses noch keine Lösung an. Bisherige Bemühungen, eine Organisation für das Haus und das Gelände zu interessieren, seien gescheitert, sagt Hennig. Zwar habe es mit einem benachbarten Schützenverein Gespräche über eine Nachnutzung gegeben, aus diesen Plänen sei letztlich nichts geworden.

Problematisch im Hinblick auf das Welseder Schützenhaus könnte sich die Eigentumsfrage entwickeln, sagt Hennig. Das Gebäude gehört dem Schützenverein, das Grundstück in dem Gebiet des ehemaligen Steinbruchs ist Eigentum des Realverbandes. Rechtlich fiele dem Realverband das Schützenhaus zu, wenn sich kein neuer Nutzer auf Grundlage eines Erbpachtvertrages findet.

Die Pflastersteine vor dem Welseder Schützenhaus bleiben dort, wo sie sind: Der Verein löst sich auf.

Foto: ubo



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