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Stufenweise Einführung in den Jahren 2009 bis 2011 / 3,85 Millionen Euro an Investitionen

Nun also doch ganztägige Grundschulen

Stadthagen (ssr). Der zweite Versuch soll glücken: Nachdem 2005 ein erster Anlauf an mangelnder Mitwirkung des Landes gescheitert war, soll nun an den Stadthäger Grundschulen in den Jahren 2009 bis 2011 stufenweise der Ganztagsbetrieb eingeführt werden. Ohne erhebliche Finanzmittel ist das Ganze freilich nicht zu haben - insgesamt werden alleine an Bauinvestitionen rund 3,85 Millionen Euro fällig. Der Schulausschuss hat das Projekt befürwortet, die Zustimmung des Rates gilt als sicher.

veröffentlicht am 08.02.2008 um 00:00 Uhr

Unter bisher vorläufigen Bedingungen gibt es auch derzeit schon

Los gehen soll es zum 1. August 2009 in der GS Am Sonnenbrink. Begründung: Auf Grund "der schwierigen Schülerschaft und des hohen Migrantenanteils", so die Vorlage der Verwaltung, sei der Bedarf dort am dringendsten. Zudem erlaube die räumliche Situation eine relativ schnelle bauliche Lösung. Denn es sind reichlich Unterrichtsräume vorhanden, die ohne größeren Aufwand zu freizeitgerechten Zimmern umgestaltet werden können. Vonnöten ist der Neubau einer Mensa. Deutlich aufwändiger werden die Investitionen in der GS Am Stadtturm sein, wo der Start deswegen erst zum 1. August 2010 geplant ist. Dort muss die Aula umgestaltet werden, damit sie den Bedürfnissen eines Ganztagsbetriebs - Stichwort: Schule als Lebensort - entspricht. Dafür fehlen nicht zuletzt Räume fürFreizeitangebote, die ebenfalls neu zu errichten sind. Darüber hinaus ist der Neubau einer Mensa erforderlich. Die Verwaltung räumt ein, dass der Schulvorstand der GS Am Stadtturm sich gegen das stufenweise Vorgehen ausgesprochen hat und schon 2009 an den Start gehen will. Doch Bürgermeister Bernd Hellmann fand im Ausschuss dazu klare Worte: "Ich habe dafür Verständnis. Aber es ist schlicht und einfach weder organisatorisch und logistisch noch finanziell für uns zu schaffen, alles in einem Schritt zu bewältigen." Dafür seien die Mittel der Stadt einfach nicht ausreichend. Die Dringlichkeit Am Sonnenbrink sei am größten und gebe die Reihenfolge vor, so der Verwaltungschef. Diese Überlegungen werden uneingeschränkt von allen Ratsfraktionen geteilt. Das wurde in Stellungnahmen gegenüber der Schulvertreterin im Ausschuss, der Sonnenbrink-Leiterin Petra Ammon, deutlich, die uneingenützig die Interessen der Kollegen der GS Am Stadtturm vortrug. Unstrittig auch unter allen Beteiligten ist, dass die Grundschule An der Bergkette mit einem Starttermin 2011 die dritte Stufe bildet. Dort wird der Bedarf eher gelassen gesehen. Baulich sind die Schaffung eines Mensa- und eines Ruhebereiches erforderlich - beides wird mit relativ geringen Mitteln zu bewerkstelligen sein. Zusätzlich eingesetzt werden müssen Stunden für Hausmeister, Sekretärin und Sozialarbeiter - was für die Stadt laufende Kosten in Höhe von rund 100 000 Euro jährlich verursacht. Dazu kommen 210 000 Euro pro Jahr für Betreuungskräfte, die mittelfristig aber vom land übernommen werden sollen. Der Ganztagsbetrieb soll montags bis donnerstags jeweils zwischen 7.30 und 16 Uhr laufen - mit offenem Anfang und Ende. Die Nutzung dieses Angebots ist freiwillig.



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