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Groth, Alder und Co. brillieren im Palais

Notenstreifzug ist das pure Hörvergnügen

Bückeburg. Ein ungewöhnlich vielfältiges Programm haben der begnadete Trompeter Professor Konradin Groth, dessen erstmals in der Residenzstadt auftretende Meisterschüler Jan Sebastian Melzer und Alexander Fritzsche sowie Pianist Professor Jonathan Alder bei ihrem vom Lions-Club Schaumburg organisierten zehnten gagenfreien Benefiz-Auftritt im ausverkauften Palais präsentiert. Der Erlös wird diesmal den SOS-Kinderdörfern zugutekommen.

veröffentlicht am 04.10.2008 um 00:00 Uhr

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Autor:

Dietlind Beinßen

Nach den Begrüßungsworten des jungen Präsidenten Dirk Hasse spielte das Quartett unter dem Motto "Klassik im Palais" Telemanns Konzert für drei Trompeten und Klavier und erwies sich dabei nicht nur als prima aufeinander abgestimmt, sondern zudem als außergewöhnlich flexibel. Herrlich weich im Ansatz und mit schier unendlichem Atem demonstrierte Groth die Vielfalt seines Instruments dann in Torellis D-Dur-Konzert und einer vielschichtigen Sonate Hansens. Technisch brillant und voller Geistesblitze assistierte ihm Jonathan Alder am Flügel und steuerte zur Verschnaufpause der Bläser und zur Freude des Publikums wunderbar ausgehorcht Bachs Praeludium und Fuge XXII aus dem "Wohltemperierten Klavier" bei. Gebannt lauschten die Zuhörer den beiden Klangmalern, die Kalkül mit Emotionalität in Balance setzten, darüber hinaus beim Vortrag der genauso einschmeichelnden wie ungeheuer ausladenden Rhapsodie, welche Komponist Reschkofskys eigentlich einem 95-köpfigen Orchester zugedacht hat. Groth gestaltete faszinierend treffsicher sowohl die Kraft als auch die Feinheit dieser aparten Schöpfung. Sehr wandlungsfähig fungierte dabei Partner Alder, der zur Beruhigung gleich Ravels "Mouvement de Menuet" in Des-Dur solistisch nachschickte. Ein mit betörender Anmut geblasener musikalischer Dialog über "Tonight" aus Bernsteins "West Side Story" setzte anschließend ebenfalls zartere Nuancen. Ausdrucksvolle Dynamik und einen Touch des Besonderen verlieh zwischendurch das gesamte Team seinen farbenfrohen Interpretationen. Schattierungsreich offerierte das Quartett Schumanns "Lied", op. 29., "Triolett" und "Spruch", op. 114, für drei Flügelhörner und Piano, ferner glänzte es mit gut genährtem Ton in Clarks heiteren "Flirtations". Als anpassungsstarke Verbündete zeigten sich Bläser und der fingerfertige Tastenkünstler überdies im voller Motorik steckenden "The Triumvirat" von Williams sowie bei Andersons noch temperamentvollerem "Buglers Holiday". Flink und flott fielen letztlich die stürmisch erklatschten Zugaben aus, mit denen der inspirierende Abend endete.



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