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Rund 50 ehemalige Mitarbeiter der Vereinigten Wollwarenfabriken Marienthal trafen sich im Räderwerk

Nostaligischer Blick auf ihre gemeinsame Arbeit

Hameln. Firmentreue galt ihnen als Ehrensache. Sie waren stolz auf ihre Produkte, fügten sich in das Sozialgeflecht der Arbeitnehmer und wechselte allenfalls die Position auf den Sprossen der Karriereleiter im Betrieb. Über 50 ehemalige Werksangehörige einschließlich des ehemaligen Geschäftsführers und eines Teils des ehemaligen Managements der Vereinigten Wollwarenfabriken Marienthal trafen sich jetzt in Hameln. 110 Jahre alt wäre das Unternehmen jetzt, doch auf der Marienthaler Sraße steht nur noch das Skelett – ein Backsteinbau aus der Gründerzeit. Unter den Marienthaler Veteranen sind viele Rentner, die nach der Schließung des Produktionsstandortes andere Tätigkeiten in der Umgebung fanden, berichtet Gerhard Meier. Sie wollten nun ihr gemeinsames Arbeitsleben in der VWM in positiver Erinnerung halten, darüber hinaus mit der Aufarbeitung der Firmengeschichte einen Beitrag zur Hamelner Zeitgeschichte liefern. Schließlich hatte ihre Firma den Sitz auf historischem Boden: Schon 1415 war an der Marienthaler Straße die erste Mühle Hamelns errichtet worden, die Bobers-Mühle. Seit 1831 wurden am Standort zwischen Hameln und Afferde Wollstoffe und sogenannte Kiddeminster-Teppiche produziert. Seit 1901 firmierte die Fabrikation unter dem Namen „Vereinigte Wollwarenfabriken Marienthal GmbH. 1935 wurde sie von der Familie Mertens (Inhaber der Besmer Teppichfabrik) übernommen. Die Produktion von Teppichen wurde in den 50er Jahren eingestellt. Es wurde hier eine Spinnerei zur Versorgung des Teppichwerkes an der Süntelstraße eingerichtet. In den 70er Jahren wurde die Spinnerei stillgelegt. Produziert wurden dann sogenannte technische Textilien für die Automobilindustrie. In den letzten Jahrzehnten wurde die Produktion von verschiedenen Firmengruppen weitergeführt, bis schließlich Anfang des Jahres 2010 das endgültige Aus der Produktion erfolgte. Die Maschinen wurden demontiert und in andere Werke verfrachtet. Die Gebäude wurden an verschiedene Hamelner veräußert. An dem Feiertag der Firmenveteranen fand im Räderwerk, das sich in einem Teil der alten Gebäude an der Marienthaler Straße befindet, eine Partynacht statt. Die ehemaligen VWM-Mitarbeiter freuen sich, dass das Gebäude zumindest zeitweise von jungen Leuten tanzend belebt wird.

veröffentlicht am 01.06.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 13:41 Uhr

Hameln galt lange als Standort der Textilverarbeitung.


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