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Prächtiger Adventszauber-Weihnachtsbaum hat eine Geschichte zu erzählen - mit glücklichem Ende

Nordmanntanne einst für kleinen Sven gepflanzt

Rinteln (ur/tol). "Der schönste Baum seit vielen Jahren", urteilten die meisten Rintelner über den prächtigen Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz, eine 14 Meter hohe Nordmanntanne, die in diesem Jahr den Mittelpunkt der Stadt ausmachte und diese Rolle auch noch bis ins Neue Jahr hinein innehaben wird. Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz ist sich sicher: "Höher und breiter geht es nun wirklich nicht mehr", einen solch prächtigen Baum habe man bisher nicht aufstellen können.

veröffentlicht am 24.12.2007 um 00:00 Uhr

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Was aber wohl keiner dem Tannengiganten vom Otto-Jordan-Weg ansieht, das ist die Geschichte, die dieser Baum zu erzählen hätte - und weil er es nicht vermag, hat dies die Rintelnerin Sittah Evers übernommen. "Dabei geht es um meinen Adoptivsohn Sven, der nach der Scheidung meines späteren Mannes in ein Heim gekommen war." Über Jahre hinweg bemühte sich der leibliche Vater dann bei Jugendamt und Gerichten, dass sein Sohn zu ihm kommen konnte, doch die Mühlen der Behörden mahlten reichlich langsam. "Erst als er vier Jahre alt geworden war, erhielten wir die Bestätigung, dass er ganz offiziell bei uns aufwachsen dürfe - und das haben wir damals mit einem kleinen Fest gefeiert", erzählt Sittah Evers. Zur Erinnerung an den glücklichen Abschluss dieser Geschichte kam dann der Gedanke auf, dies mit einer bleibenden Erinnerung zu dokumentieren. "Wir beschlossen deshalb, auf dem Grund von Bekannten am Otto-Jordan-Weg einen Baum zu pflanzen, der ebenfalls vier Jahre sein sollte. Und haben damals darauf angestoßen mit dem Wunsch, dass dieses Bäumchen ebenso starke Wurzeln auf dieser Erde schlagen möge, wie wir uns dies für den kleinen Sven erhofften." Die guten Wünsche müssen wohl geholfen haben, denn Sven wuchs in Rinteln zu einem zielstrebigen jungen Mann heran: Machte sein Abitur am Gymnasium Ernestinum, studierte und ist heute als 41-Jähriger im Stadtmarketing von Magdeburg tätig. Ausgerechnet der Baum aber, der sein Leben so markant begleitet hat, wurde in diesem Jahr zum Dreh- und Angelpunkt des erfolgreichen Stadtmarketings in Rinteln - für Adoptivmutter Sittah Evers ein Grund mehr, in den letzten Wochen öfter mal zum Marktplatz zu schauen. Der Adventszauber ist am Wochenende zu Ende gegangen - vorher aber bedachte der Nikolaus, assistiert von Stadtmanagerin Annette Achilles vom Stadtmarketingverein Pro Rinteln, die Kinder, die beim Schaufensterspiel mitgemacht haben. Es galt in 24 weihnachtlich geschmückten Schaufenstern Gegenstände zu finden, die nicht zu dem Angebot des Geschäftes gehören konnten. So hat zum Beispiel ein Hundefressnapf kaum etwas in einem Pelzfachgeschäft zu suchen, auch erwartet man Stiefel nicht in einem Photogeschäft. Die meisten Kinder entdeckten problemlos alle Gegenstände und notierten sie auf den Gewinnkarten - so ging niemand bei der Geschenkeverteilung leer aus.

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