weather-image
Seniorenheim-Anlieger erheben Vorwürfe

"Nora": Bürgermeister zwischen den Fronten

Lauenau (rd). Im Streit um eine Erweiterung des Seniorenheims "Nora" in Lauenau ist nun Bürgermeister Heinrich Laufmöller zwischen die Fronten geraten. Die Anlieger reagieren auf seine Kritik an ihnen auf dem Neujahrsempfang und werfen ihm eine "einseitige Parteinahme" für den Betreiber vor.

veröffentlicht am 05.01.2008 um 00:00 Uhr

In der Rede beim Neujahrsempfang hatte Laufmöller indirekt die Kritik am geplanten Ausbau des Seniorenheims als ungerechtfertig hingestellt (wir berichteten). Das wollen die Mitglieder der Initiative so nicht stehen lassen lassen. "Wir wehren uns gegen die einseitige Parteinahme unseres Bürgermeisters für den Betreiber des Seniorenzentrums", schreiben sie in einer Pressenotiz. Laufmöller verschweige, dass im Rahmen der Bebauungsplanänderung die Geschossflächenzahl - also die Möglichkeit, in die Höhe zu bauen - "von ehemals 0,6 (1995) auf jetzt 0,8 erweitert und an der Ostseite eine Abstandsbaulast eingetragen werden soll". Die Initiative befürchtet, die Änderung der so genannten "offenen" in eine "geschlossene" Bauweise bedeute für die Anlieger der Danziger Straße eine Verdoppelung der Gebäudelänge auf dann etwa 100 Meter. Zugleich sei eine Gebäudetiefe von 46 Metern zu den hinteren Grundstücken an der Leipziger Straße geplant. Bei denen läge die Süd- und Westseite im Schatten. Die Änderung der Geschossflächenzahl hieße zudem, dass außer zwei Vollgeschossen ein Wohnausbau des Dachgeschosses möglich würde. Dies entspreche "in puncto Abschattung und Einblick in die Anliegergrundstücke einem dreigeschossigen Gebäude". Die Initiative weist Vorwürfe des Betreibers zurück, sie habe etwas gegen die Heimbewohner und wolle sozial Schwächergestellte aus dem Stadtbild fernhalten. Diese Äußerungen seien "falsch und diffamierend". Jedem sei bewusst, "dass auch er im Alter auf Pflege angewiesen sein kann." Die Initiative wehrt sich nach eigenen Worten nur gegen "die massive Erweiterung des bestehenden Gebäudekomplexes" mit allen verbundenen Einschränkungenwie Entwertung der Privatsphäre, erhöhtes Verkehrsaufkommen und -lärm. Jedem der betroffenen Nachbarn stehe eine Wertminderung zwischen 30 000 bis 50 000 Euro seines Privateigentums bevor, schätzen die Verfasser.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare