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Lauenauer wollen sich nicht mit Anbau abfinden / Betreiber: Diskussionübertrieben

Nora: Bürgerinitiative droht mit Klage

Lauenau (oke). Der Streit um den Anbau für das Altenheim "Nora" in Lauenau geht in eine neue Runde. Am Dienstag hatte die Samtgemeinde Rodenberg einen Informationsabend anberaumt, um den betroffenen Anwohnern die Möglichkeit zu geben, ihre Bedenken und Einwände zu Protokoll zu geben. Die Bürgerinitiative griff Samtgemeinde und Heimbetreiber Raid El Salmi scharf an und drohte mit einer Klage, falls diese nicht auf das Bauvorhaben verzichten.

veröffentlicht am 07.12.2007 um 00:00 Uhr

Der Informationsabend, geleitet von Jörg Döpke von der Bauverwaltung der Samtgemeinde, lief weitestgehend geordnet ab. An den grundsätzlichen Differenzen zwischen Bürgerinitiative und Altenheimbetreiber änderte das aber nichts. Um die Beteiligten auf den gleichen Wissensstand zu bringen, erläuterte der mit der Ausarbeitung des Bebauungsplans beauftragte Stadtplaner Matthias Reinold den etwa 30 Anwesenden eingangs den Entwurf, der der Samtgemeinde und El Salmi vorschwebt. Dieser sieht eine Änderung des Bebauungsplans vor. Bisher macht das Baurecht dem Heimleiter einen Strich durch die Rechnung, denn auch wenn er bereits heute einen Neubau in dem jetzigen Gartenbereich errichten dürfte, so müsste dieser sechs Meter Abstand zu dem Altbau halten. Mit dem neuen Plan erhielte El Salmi die Möglichkeit, die beiden Trakte zu verbinden. Zusätzlich würde sich die Geschoßflächenzahl um zehn Prozent auf 80 Prozent erhöhen. Das Ergebnis ist aus Sicht der Anwohner katastrophal. Viele der Anwesenden fürchten um eine Wertminderung der eigenen Grundstücke, wenn die fast 96 Meter lange und zwölf Meter hohe Fassade in ihrer Nachbarschaft erst einmal steht. "Ich verbrenne hier locker 30 000 bis 50 000 Euro meiner Altersvorsorge", so Werner Vennekamp, der die Einwände der Bürgerinitiative summarisch zu Protokoll gab. Neben der eingeschränkten Wohnqualität waren die zu erwartenden Gefahren, die mit dem Neubau einhergehen könnten, zentrales Thema der Bürgerinitiative. Mit der steigenden Personalzahl des Betriebs steige auch der Verkehr auf den ohnehin überlasteten Anliegerstraßen. Kinder könne man bereits jetzt nicht mehr gefahrlos dort spielen lassen. Oft sei der Anfahrtsweg für Rettungskräfte und Feuerwehr durch Lastwagen des Heimes versperrt. Einzelne Anwohner klagten über den Lärm, der von schreienden Demenzpatienten ausgehe. Grundsätzich sieht die Bürgerinitiative für einen Berieb dieser Größe keinen Bedarf. Letztlich führe der Anbau zu einem "Krankenhauspalast", der nur dem Geschäftsinteresse des Betreibers diene. Sollte die Gemeinde das Vorhaben dennoch genehmigen, drohte Vennekamp mit einem Gerichtsverfahren. Auch die Informationspolitik der Samtgemeinde war Ziel der Kritik. Sie habe, seitdem das Altenheim errichtet wurde, die Anlieger nicht ausreichend ins Bild gesetzt. Dass an diesem Abend nur ein Ratsmitglied anwesend war, empfand Vennekamp als "Frechheit". Er unterstellte der Samtgemeinde,über die Köpfe der Bevölkerung hinweg zu entscheiden. Döpke nahm hierzu keine Stellung und verwies auf die Möglichkeit, die Ratsmitglieder direkt anzusprechen. El Salmiäußerte sich während der Gesprächsrunde nicht, stellte aber im Pressegespräch klar, dass er die Diskussion als übertrieben empfindet. Bedarf an seiner Einrichtung sei mehr als ausreichend vorhanden. Bei einem Betrieb, der so erstklassig geführt werde, müsse Lauenau eigentlich stolz sein. Ersieht in den Argumenten der Bürgerinitiative das Bemühen, sozial Schwächergestellte aus dem Stadtbild fernzuhalten.



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