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Landtagswahl: Duell mit Runkel / "Ich bin das Gesicht für Innenpolitik der niedersächsischen SPD"

Nominierung: Bartling erreicht 93,4 Prozent

Stadthagen (ssr). Mit einer Zustimmung von 93,4 Prozent der Wahlkreis-Delegiertenversammlung ist der Landtagsabgeordnete Heiner Bartling (60) gestern Abend im Stadthäger "Ratskeller" zum Kandidaten der SPD für die Landtagswahl im neu zugeschnittenen Wahlkreis "Schaumburg" nominiert worden. Der frühere niedersächsische Innenminister aus Steinbergen zeigte sich zuversichtlich, dass er zum Schattenkabinett des SPD-Spitzenkandidaten Wolfgang Jüttner zählen wird.

veröffentlicht am 17.03.2007 um 00:00 Uhr

SPD-Vize Bernd Hellmann (l.) gratuliert Heiner Bartling zu seine

Bartling gehört schon so lange Jahrzehnte wie selbstverständlich zur Schaumburger SPD-Führungsriege, dass Sitzungsleiter Bernd Hellmann eingangs schlicht vergaß, den zu kürenden Kandidaten überhaupt zu begrüßen - nicht ohne das, leicht erschrocken, später nachzuholen. Geringe Irritationen mit Blick auf Bartling hatte es im Vorfeld nur unter den Nenndorfer Genossen gegeben ("der ist zu wenig vor Ort"), ansonsten war die Nominierung so etwas wie eine Selbstläufer. Das spiegelte sich in der gelassenen Stimmung im Saal und auch im Wahlergebnis wieder: 57 der 61 Delegierten gaben ihr Ja, nur je zweienthielten sich oder stimmten mit Nein. Langanhaltender Beifall krönte den Wahlakt. Bartling machte seinen Anspruch auf einen Posten im SPD-Schattenkabinett mit dem Satz deutlich: "Ich bin das Gesicht der niedersächsischen SPD für Innenpolitik." Er zeigte sich sehr zuversichtlich, dass er zum Team von Jüttner zählen werde. Anders als vor vier Jahren, als er nach dem SPD-Wahldebakel nur "mit ganz viel Glück" auf einem weit hinten liegenden Listenplatz gerade noch in den Landtag gerutscht war, will der Steinberger dieses Mal für die Absicherung auf einem vorderen Listenplatz kämpfen. Seine Bitte, das durch eine Resolution zu untermauern, ging allerdings im Ablauf der Delegiertenversammlung unter. Nachdem Bartling es als realistisch für die SPD bezeichnet hatte, das Direktmandat im Wahlkreis und die Mehrheit im Land zu erringen, erweckte seine Bewerbungsrede in weiten Teilen den Eindruck einer Regierungserklärung. Der Fraktions-Vize stellte SPD-Ziele für fast sämtliche Politikbereiche - bis hin zur Luft- und Raumfahrt - vor. Den Schwerpunkt setzte er dabei auf die Schulpolitik: "Wir wollen von der fünften Klasse an eine gemeinsame Schule, allerdings nicht per Gesetz verordnen, sondern die Chance eröffnen, dies freiwillig von unten wachsen zu lassen." Den beiden hiesigen CDU-Abgeordneten Runkel und Friedel Pörtner warf Bartling vor, an der "Zerschlagung" der beiden Schaumburger Wahlkreise beteiligt gewesen zu sein: "Das wissen die und da kommen die auch nicht raus." Besonders kritikwürdig sei das damalige Verhalten Pörtners, der "durch den Trick, sich bei der Abstimmung ins Landtagspräsidium zu verdrücken, vergeblich versucht hat, sich rauszulügen." Auch der Stadthäger SPD-Chef Karsten Becker hieb in diese Kerbe. Schaumburg sei, was die Wahlkreise angehe, "als Ergebnis konservativer Klientelpolitik völlig zerfleddert" worden. Die 167 000 Schaumburger seien künftig im Landesparlament zahlenmäßig "nicht mehr angemessen vertreten".



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