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Geschäftsleute sehen Entwicklungspotenziale und üben Kritik an Stadt und SMS

Nördliche Altstadt "besser als ihr Ruf"

Stadthagen (ssr). Der Einzelhandel in der nördlichen Altstadt ist durchaus lebendig und hat Entwicklungspotenzial. Diese Überzeugung haben Geschäftsinhaber aus der Niedernstraße bekundet. Zugleich übten sie Kritik an der Stadt und am Stadtmarketing Stadthagen (SMS).

veröffentlicht am 27.03.2008 um 00:00 Uhr

Die Geschäftsleute Michael Kausch (v.l.), Ulrike Tatge, Jost Bög

Die Vitalität des Einzelhandels in der nördlichen Altstadt sei besser als ihr Ruf, sagten die Kaufleute im Pressegespräch. Es gebe dort etliche seit langem ansässige Geschäfte mit starkem Kundenstamm, "die gut laufen", wie Karin Denker betonte. Doch nicht nur das: Eine "ganz normale Fluktuation", die immer wieder auch Neuansiedlungen mit sich bringe, zeuge von Lebendigkeit, fügte Ina Conrad-Dünow hinzu. Die Zahl an Leerständen sei zwar ein Fakt, sagen die Geschäftsinhaber, aber sie sehen für den Einzelhandel in dem Quartier bei entsprechender Unterstützung "durchaus Entwicklungschancen", wie Michael Kausch betonte. "Ganz falsch" sei daher die Empfehlung der viel diskutierten Cima-Studie zum Stadthäger Einzelhandel, in der nördlichen Altstadt den Entwicklungsschwerpunkt auf Wohnen und Dienstleistung zu legen. "Von diesem Fazit sind wir sehr enttäuscht", sagte Klaus-Peter Eisheuer. Ein laut Kausch "toller Ansatz" seien die von Bürgermeister Bernd Hellmann für April angekündigten Gesprächsrunden mit Immobilien- und Geschäftsinhabern in der nördlichen Altstadt. Allerdings schwinge eine Portion Skepsis mit: "Ähnliche Vorstöße habe ich im vergangenen Jahrzehnt öfters erlebt, und hinterher blieb ein Engagement der Stadt doch weitgehend aus." Die Geschäftsleute nannten einige Kritikpunkte Richtung Stadt, die ihnen auf den Nägeln brennen. Die städtebaulich stark hervorgehobene Trennung zwischen Fußgängerzone und der unteren Niedernstraße - optisch betont durch zwei Kunstwerke - sei hinderlich. "Als ob unsere Straße einen feinen und einen hässlichen Teil hätte", monierte Conrad-Dünow. Thema Parken: "Sehr irritierend" für Kunden sei, dass auf einer Seite der Niedernstraße Parkscheiben, auf der anderen aber Parkautomaten gelten. Lieferanten würden oftmals mit Bußgeldern belegt, schon wenn sie mit Lieferwagen in zweiter Reihe kurze Zeit anhalten, um schwere Waren abzuliefern. "Das empfinden wir als unfreundlichen Akt", monierte Jost Böger. Kritikübten die Kaufleute - fast alles Mitglieder des Stadtmarketing Stadthagen - auch am Vorstand des Stadtmarketing-Vereins. "Nicht gerade förderlich", so Kausch, sei etwa die öffentliche Bemerkung des SMS-Vorsitzenden Nikolaus von Schöning gewesen, eine Förderung von Ansiedelungen in der nördlichen Altstadt durch öffentliche Finanzmittel halte er nicht für sinnvoll. Auch gebe es beim SMS eine Tendenz, "die so genannten 1a-Lagen Obern straße und Markt gegen die nördliche Altstadt abzu grenzen", fügte Eisheuer hinzu: "Die ganze Altstadt ist aber ein komplettes Einkaufsgebiet, das sollte bewusst als Ganzes gepflegt und vermarktet werden." Eisheuer nannte ein konkretes Beispiel: Seit langem versuchten Niedernstraßen-Kaufleute den SMS dazu zu bewegen, die Autoschau bis zur Krummen Straße hinunterzuziehen.



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