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In Cammer ist (fast) das ganze Dorf auf den Beinen

"Noch besser wie super!" - Erntefest rekordverdächtig

Cammer (bus). Allenthalben strahlende Gesichter haben am Wochenende die Szenerie in Cammer gekennzeichnet. Die angesichts der hochsommerlichen Temperaturen von einem leichten Schweißfilm überzogenen Antlitze drückten die Freude über ein Erntefest aus, dem ein Platz im Bilderbuch der ursprünglich als Dankfeiern konzipierten Veranstaltungen zukommt. "Besser geht es nicht", brachte Friedrich Rösener die Ereignisse auf einen verbindlichen Punkt.

veröffentlicht am 19.09.2006 um 00:00 Uhr

"Noch besser wie super", vertiefte ein begeistertes Vorstandsmitglied die Bilanz des Ortsbürgermeisters. Und auch die höher angesiedelten Institutionen sparten nicht an Lob. "In diesem Jahr war es ein besonderer Spaß, in Cammer ein Fest zu feiern", sagte Bückeburgs Bürgermeister Reiner Brombach. "Spitzenmäßig", lautete das Urteil von Inga Troue, die für die Kirchengemeinde das Wort ergriff. Als einzigen Wermutstropfen in der allgemeinen Begeisterung machte der Ortsbürgermeister die überraschend behände "Verdünnisierung" von 200 Liter Freibier aus. "Die Fässer waren bereits an der letzten Tanzstation leer", stellte Rösener fest. Was indessen als weiteres Plus auf der Habenseite des drei Tage währenden Vergnügens zu verbuchen sei. Zum Beginn des Festes verzeichnete die organisierende Dorfjugend am Freitag beim Fackelumzug eine Steigerung der Anmeldungen um mehr als 50 Prozent. Knapp 170 Mädchen und Jungen - bislang galten 100 Kinder als rekordverdächtig - hatten ihr Interesse angekündigt. Der von der Kapelle "Bahamas" gestaltete sonnabendliche Tanzabend stand dem Auftakt in nichts nach. "So voll wie nie", waren alte und junge Cammeruner einer Meinung, sei das am Gemeinschaftshaus errichtete Festzelt gewesen. Und am Haupttag, als mehr als 30 Erntewagen die Ortschaft querten, glich Cammer einer touristischen Sonderattraktion. Die Schar der auswärtigen und einheimischen Gäste war mitunter nicht zu überschauen. Dass der Besucherstrom sich in einigermaßen geregelten Bahnen wiederfand, war den umsichtig agierenden örtlichen Feuerwehrkräften zu verdanken, dass die gute Laune der Korsoteilnehmer aufs Publikum übersprang, der Schaumburger Trachtenkapelle. Der Cammeruner Umzug stellte einmal mehr den Vorteil nahezu professionell intonierter Live-Blasmusik unter Beweis. Die von den "Schaumburgern" präsentierte Kombination von Schmackes und Wuppdich hätte manch anderer Feier der zu Ende gehenden Erntefestsaison gut zu Gesicht gestanden. Als absolute Höhepunkte der Feier entpuppten sich unterdessen die Auftritte des örtlichen Nachwuchses. Im Anschluss an den Klassiker des Kindertrachtentanzes "Seben Ellen Bottermelk" erreichte der Beifallssturm beinahe frenetische Ausmaße. Und dass die Zahl der jungen Trachtenträger (42) die der unter der Erntekrone tanzenden Cammeruner noch um zwei übertraf - Rösener: "So etwas gibt es nur in Cammer" - nötigte Veranstaltern und Besuchern gleichermaßen positive Perspektiven ab.

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