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Musical-Querschnitt: Kursaal ausverkauft

"Night Fever" und "Dirty Dancing" statt Kurkonzert

Bad Eilsen (sig). Schon der Vorverkauf zeigte es: Auch dieses Gastspiel, das unter dem Titel "Musical-Fieber" lief, wurde wieder ein Selbstläufer. Eine Abendkasse war nicht mehr erforderlich. Die ähnlichen Veranstaltungen, die es bislang im Kursaal gab, hatten die Neugierde auf die neue Tournee großstädtischen Entertainments geweckt. Die Kurverwaltung als Ausrichter des Musikabends konnte also von Beginn an mit einem vollen Kursaalrechnen.

veröffentlicht am 28.11.2006 um 00:00 Uhr

Ein Höhepunkt: Der Nonnenchor mit dem mitreißenden Song "I will

Bestimmte Musical-Melodien sind zeitlos. Deshalb war die Zuhörerschaft auch in Bad Eilsen generationsübergreifend zusammengesetzt. Diese Gattung des musikalischen Schauspiels hat sich nicht nur in den USA, sondern auch in Europa längst durchgesetzt. Viel dazu beigetragen hat Andrew Lloyd Webber, dessen Musicals seit Jahren für voll besetzte Konzert- undTheatersäle sorgen. Agenturen mit guten Verbindungen und Ideen schaffen es, für einen bestimmten Zeitraum ausgewogen besetzte Teams zusammenzustellen, die auf Tournee gehen. Sie sorgen dafür, dass die Anhänger nicht nach Hamburg, Düsseldorf, Bochum oder in eine andere Stadt fahren müssen, um einen Querschnitt durch die Welt der Musicals zu erleben. Die im thüringischen Bad Köstritz beheimatete Veranstaltungsagentur hat eine auf beachtlichem Niveau agierende Mischung aus Gesangssolisten, Musikern und Tänzern nach Bad Eilsen geschickt. Auch die technische Ausstattung und die Kostüme konnten sich sehen lassen. Daran gab es kaum etwas auszusetzen, sieht man einmal von der Rolle des Moderators ab, der den ganzen Abend als Hausmeister daherkam. Da hätte man sich etwas mehr einfallen lassen können an Information und Überleitung zu den jeweiligen Musicals. Es wurde live gesungen undüberwiegend auch Lifemusik geboten. Das verdient Anerkennung und sorgte schon im ersten Teil des Abends für ein begeistert mitgehendes Publikum. Für den Auftakt sorgten Melodien aus "Die Schöne und das Biest" und aus "Musketiere". Stark beeindruckte anschließend der sehr einfühlsam dargebotene Song "Memory" aus "Cats", der längst zu einem Welthit geworden ist. Das "Saturday Night Fever" packte die singenden und tanzenden Darsteller auf der Bühne ebenso wie die Zuschauer, die bei zwei Melodien aus dem "Starlight Express" sogar Besuch im Saal bekamen. Vier Akteure bewegten sich als beleuchteter Zug durch den Innenraum. Der Song "Ich wollte nie erwachsen sein" aus dem Musical "Tabaluga" weckte Erinnerungen an Peter Maffay. "I will follow him" , dargeboten in Nonnenkleidung, ließ keine Hand im Saale ruhen. Vor der Pause waren noch Melodien aus "Elisabeth" und "Tanz der Vampire" zu hören. Mit Andrew Lloyd Webbers "Phantom der Oper" ging es weiter. Was hier nachdenklich und besinnlich wirkte, steigerte sich bei fünf Abba-Melodien aus "Mama Mia" zu einem Stimmungshöhepunkt. Auf den "König der Löwen" von Elton John folgten vier immer wieder gern gehörte Kompositionen aus "Grease". Unvergessen bleibt aus Webbers "Evita" der Song "Wein nicht um mich, Argentinien". Das selbstbewusste und forsche "I am what I am" aus "La cage au foiles" wird immer wieder ebenso gern gehört wie "Time of my life", ein echter Hit aus dem Film "Dirty Dancing". Mit dem Medley "Thank you for the Music" als Zugabe klang das "Musical-Fieber" im Kursaal aus. Im nächsten Jahr soll es ein Wiedersehen geben mit neuen musikalischen Highlights.

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