weather-image
Pestalozzischüler machen bei Wettbewerb mit - und suchen Interviewpartner

Nierentisch und Petticoat - wie war es, das Leben in den fünfziger Jahren?

Rinteln (cok). Für viele Jugendliche, die jetzt zwischen 15 und 17 Jahre alt sind, ist die Zeit der fünfziger Jahre eine seltsam ferne Zeit, zu der gerade mal das Stichwort "Wiederaufbau" gehört. Die Schüler der 10. Klasse in der Pestalozzischule nun wollen es genau wissen. Für den "Schülerwettbewerb zur Politischen Bildung 2007" suchen sie Zeitzeugen, die ihnen Auskunft geben.

veröffentlicht am 26.09.2007 um 00:00 Uhr

Ein typisches Kleid aus den fünfziger Jahren trägt eine Pestaloz

Viele, viele Fragen haben sie bereits zusammengetragen für ihre geplanten Interviews, aus denen dann ein bebilderter Kalender entstehen soll, den sie für den Wettbewerb einreichen wollen. Ihr Vorbild: Die vorherige 10. Klasse, die ein ähnliches Projekt zum Thema "Flucht und Vertreibung" eingereicht und damit auch sehr erfolgreich einen Preis gewonnenhatte. Klassenlehrer Heinz Hering, der die Abschlussklassen an der Pestalozzischule schon seit vielen Jahren vor echte Herausforderungen stellt, ist optimistisch: "Zuerst musste ich die Schüler ein bisschen überreden, weil sie sich noch nichts Richtiges unter der Aufgabe vorstellen konnten", sagter. "Aber inzwischen haben sie ein echtes, großes Interesse gewonnen." Es ist ihre Großelterngeneration, um die es geht. Wie sah der Alltag aus, als das Leben nach dem Krieg wieder in einigermaßen geordneten Verhältnissen verlief? Gab es Arbeit für alle? Gut oder schlecht bezahlt? Was machte man abends, ohne den heute als Freizeitunterhaltung eingesetzten Fernseher, ohne Internet und Computerspiele? Ging es in den Familien autoritär zu? Stimmt es, dass in der Schule noch geschlagen werden durfte? Welche Kinofilme und Schallplattenmusik sahen und hörten die Leute? Damit der geplante Kalender auch interessant illustriert werden kann, brauchen die Schüler jede Menge Alltagsutensilien aus den fünfziger Jahren: Kleider und Schuhe, vielleicht ein Möbelstück, ein Radio, Spielzeug, Schulbücher, Fotografien und gerne auch mitgebrachte Reiseerinnerungen, denn: War diese Zeit nicht der Beginn der ersten großen Urlaubsfahrten nach Italien, Spanien, in die weite Welt? Längst haben die Zehntklässler erkannt, dass sie sich auf die bevorstehenden Gespräche gut vorbereiten müssen. So viele neue Informationen werden auf sie zukommen, die wollen richtig erfasst und verarbeitet sein. Deshalb üben sie jeden Tag, wie man ein Gegenüber sinnvoll befragt, wie man sich Notizen macht, die das Wesentliche enthalten, wie es gelingen kann, daraus einen guten Text zu schreiben. Jetzt fehlen nur noch die Interviewpartner. Wer sich also zur Verfügung stellen möchte - sehr gerne auch Mitbürger, die in der DDR aufgewachsen sind - der sollte sich baldmöglichst in der Pestalozzischule melden. Das Gespräch findet im Klassenraum statt, und sicher wird es wieder so schön Kaffee, Kuchen und Kekse geben wie beim letzten Mal. Gerne aber kommen Schülergruppen zu einzelnen Leuten auch nach Hause. Kontakt: Weitere Infos gibt es in der Pestalozzischule, (05751) 957 633.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt