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Sechs Kinder der Grundschule Nord erzählen aus den ersten Wochen ihres neuen Lebens als Schüler

"Niemals mehr zurück in den Kindergarten!"

Rinteln. Wenn man die Rintelner jetzt fragen würde, was sie am 1. September so gemacht haben, würde die Mehrheit wahrscheinlich gar nicht antworten können. Für einige jedoch war dieser Sonnabend unvergesslich: Schließlich war es der Tag der Einschulung.

veröffentlicht am 26.09.2007 um 00:00 Uhr

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Autor:

Marieluise Denecke

An der Grundschule Nord begann der "Ernst des Lebens" für 45 Kinder feierlich erst in der Kirche, dann in der grundschuleigenen Turnhalle. Jetzt, drei Wochen später, sind die Schultüten beinahe leer, die ersten Hausaufgaben sind schon gemacht und so etwas wie Schulalltag hat sich eingestellt: Zeit, sechs Kinder aus den Klassen 1 a und b nach ihren ersten Eindrücken zu fragen und festzustellen, wie es sich denn so anfühlt, plötzlich "kleiner Erwachsener" zu sein. "Vor der Einschulung lag ich die ganze Nacht wach, müde war ich dann aber trotzdem nicht!", ruft Friederike munter. Die anderen fünf nicken: Aufgeregt waren sie, Angst hatte aber niemand. Und die "riesengroße" Schultüte, die es dazu gab, kam manch einem vor wie "ein ganzer Geburtstag und ein halber dazu", grinst Jakob. Mit dem frühen Weckerklingeln um halb sieben hat sich hier inzwischen jeder abgefunden - auch wenn der Wecker seltsamerweise "immer ausgeht" wie bei Joscha. Zu spät ist bisher noch nie jemand gekommen, aber schließlich werden auch alle sechs persönlich zur Schule gebracht - meistens von Papa, manchmal aber auch von Mama oder Oma. Die Schule fängt hier um kurz vor acht an und geht dann vier Stunden lang. Den Kindern macht alles Spaß: Malen, Basteln, Singen, Rechnen. "Wir kennen schon Zahlix, aber Zahline hatten wir noch nicht", erklärt Linda fachmännisch. Zahlix und Zahline sind die Drachen aus dem Mathematikbuch der Erstklässler, wobei Zahline erst bei den "großen Zahlen" dazukommt. Bisher haben die Kinder sowieso erst die Zahlen 1 und 2 gelernt. "Aber die Drei haben wir schon angefangen!", korrigiert Linda. Schreiben können die I-Dötzchen auch schon eine ganze Menge, denn immerhin haben sie bereits das große F sowie das große und kleine U durchgenommen. Um sich die Buchstaben besser einprägen zu können, malen die Kinder Gegenstände, die mit dem jeweiligen Buchstaben anfangen. "Fisch zum Beispiel", zählt Albin auf, "Fahrrad oder - Friederike!" Ihre Klassenkameraden und ihre Lehrerinnen mochten die sechs auf Anhieb, auch wenn es einige Jungs gibt, die "nur Unsinn machen", wie Paul seufzend erzählt, laut sind, schreien oder miteinander kämpfen. Nachmittags sind die Kinder müde von ihrem noch ungewohnten Alltag. Trotzdem halten sich die meisten artig an die vorgegebene Tagesordnung: Erst Mittagessen, dann Hausaufgaben und schließlich ist Zeit zum Spielen. Die erste Hausaufgabe der sechs war es übrigens, eine Schultüte zu bemalen, auszuschneiden und zusammenzukleben. "Da hab' ich dann auch noch mal was reingekriegt", erklärt Linda begeistert. Die anderen nicken, und Friederike versucht vergeblich, mit ausgestreckten Armen zu zeigen, wie viele Süßigkeiten bei ihr noch von der Einschulung übrig geblieben sind. Auf die zweite Klasse freuen sich die Schulanfänger auch schon, auch wenn es da keine Schultüte mehr gibt. Manche wissen sogar schon ganz genau, was sie später werden wollen: Albin will zur Polizei, Linda möchte Reitlehrerin werden, sobald sie reiten darf, und Jakob will unbedingt "Dinoforscher" werden und kennt sogar den Fachausdruck dafür: "Also Paläontologe." In einem Punkt sind sich aber alle sechs einig: "Niemals mehr zurück in den Kindergarten!"



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