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Nichts schenken?

"Dieses Jahr schenken wir uns aber nichts!" Viele Familien geben das schon vor der Adventszeit als Parole aus. Manchmal steht dahinter das Gefühl: Ich habe doch schon alles; vielleicht auch der Wunsch, einander das lange Suchen nach passenden Geschenken zu ersparen.

veröffentlicht am 20.12.2008 um 00:00 Uhr

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Autor:

Pastor Stefan Wagner

Manche müssen auch finanziell den Gürtel enger schnallen. Da kann es eine Entlastung sein, wenn man weiß: Dafür muss jetzt keiner sein weniges Geld ausgeben. Stattdessen ist Geld für die Dinge da, die man selber dringend braucht oder sich gerne gönnen würde. Dennoch fällt es oft schwer, das auszuhalten. Denn für viele liegt ein Stück Kindsein darin, dass man sich auf eine liebevolle Überraschung oder ein heiß ersehntes Geschenk freuen kann. Diese Vorfreude ist dann weg. Außerdem wird einem selbst mit dieser Absprache ebenfalls die Möglichkeit genommen, anderen etwas zu schenken. Wie kann man sonst Liebe und Wertschätzung ausdrücken? Möglicherweise hätte man gerade dieses Jahr das ultimative Weihnachtsgeschenk gewusst! Und so liegen dann doch in vielen Familien Geschenke auf dem Tisch, weil man es einfach nicht ausgehalten hat. Schenken und Beschenktwerden ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis und gehört für die meisten Menschen untrennbar zum Weihnachtsfest dazu. Wir alle erinnern uns am Heiligen Abend an das größte Weihnachtsgeschenk: "So hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen Sohn gab - Jesus Christus." Probieren Sie es doch dieses Jahr einmal aus, ob Sie dieses Geschenk Gottes nicht auf andere Weise weitergeben können. Wenn Sie Geld und Lust dazu haben, beschenken Sie jemanden, der das am wenigsten erwartet. Nehmen Sie an den Wunschzettelaktionen im Ort teil oder beschenken Sie einen alten oder allein stehenden Menschen in Ihrer Nachbarschaft. Und wenn das Geld für Geschenke nicht reicht, versuchen Sie es mit einem Zeitgeschenk: Schreiben Sie ein Erlebnis, ein Gedicht oder Lied auf, das Sie geprägt hat, und lesen Sie es am Heiligabend vor - ein Stück von sich als Geschenk für alle. Oder - besuchen Sie doch vielleicht am Vormittag des Heiligen Abends einen Menschen, vom dem Sie wissen, dass er oder sie am Abend allein sein wird. DieÜberraschung und Freude, aber auch die Liebe Gottes zu uns Menschen könnte so neu sichtbar werden. Eine gute restliche Adventszeit und ein gesegnetes Weihnachtsfest! Stefan Wagner ist Pastor in der Johannis-Kirchengemeinde und im Projekt "Kirche und Schule" in Rinteln.



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