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Eine Reise ins Unbekannte: Dewezet startet heute die große Themen-Serie „Zeit-Geschichten“

Nichts bewegt uns so wie die Zeit

Sie lässt sich weder hören noch sehen, weder riechen noch schmecken. Und doch geht alles in ihr auf: in der Zeit. Einem Phänomen, das unser Leben fest im Griff hält, selbst aber nur schwer zu greifen ist. Wir erkennen die Zeit meist nur als Zeiger auf der Uhr, sehen in Veränderungen der Welt ihr stetiges Verrinnen, behaupten häufig sogar, Zeit sei Geld – aber kommen wir ihrem Wesen damit näher? Was ist Zeit?

veröffentlicht am 01.03.2011 um 09:35 Uhr
aktualisiert am 01.03.2011 um 11:35 Uhr

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Starten Sie mit der Dewezet zu einer Expedition ins Unbekannte! In der heute beginnenden Serie „Zeit-Geschichten“ wird die Redaktion versuchen, den Rätseln dieses Mysteriums auf die Spur zu kommen. Zeit erscheint uns als extrem flüchtiges Element, das unser Leben wie kaum ein anderes bestimmt, sich paradoxerweise aber erst bemerkbar macht, wenn es fehlt. Ärgerlicherweise kommt uns Zeit vor allem in den Sinn, wenn wir sie nicht haben.

Was schon daran liegt, dass wir uns angewöhnt haben, Zeit als knappe Ressource zu betrachten und ihren Verbrauch in Geld umzurechnen. Wir wissen nicht, was Zeit ist, aber was sie kostet. Und wie vergänglich sie ist, wie unaufhaltsam sie uns durch die Finger rinnt. Das Ticken der Uhr bestätigt jedes Mal: Gnadenlos verstreicht die Zeit. Wir versuchen zwar, ihren Schwund zu bekämpfen, finden immer neue Wege, um Zeit zu „sparen“ und zu „gewinnen“ – aber am Ende können wir sie nur verlieren.

Allerdings würden Philosophen hier einwenden: „Wie schnell vergeht die Zeit genau?“ Das Paradoxe an dieser Frage ist, dass Zeit nicht an sich selbst gemessen werden kann. Durch sie wird Geschwindigkeit bestimmt, aber sie besitzt keine eigene. Auch Physiker halten das Verrinnen der Zeit für Illusion, mehr noch: Die Existenz der Zeit an sich wird bestritten. Sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft etwa nur Produkte unserer Wahrnehmung? „Nicht die Zeit vergeht, sondern wir“, lautet die Antwort der Skeptiker.

Unzweifelhaft empfinden wir jedoch das Vergehen der Zeit, unabhängig von ihrer physikalischen Dauer. Eine Minute kann uns kurz oder lang vorkommen, eine Woche sich dahinschleppen oder im Nu vergehen. Leider verfliegt die Zeit besonders schnell, wenn wir sie gerne anhalten würden, und sie kriecht endlos, wenn wir sie rasch hinter uns bringen möchten. In jedem Fall erfahren wir, wie die Zeit verstreicht – die Voraussetzung, um die Welt chronologisch zu ordnen.

Und wir erleben, wie sich unsere gefühlte Zeit an die äußere, die soziale Zeit anpasst, wie wir versuchen, im Pulsschlag der Beschleunigung zu leben und mit dem Tempo der Gesellschaft Schritt zu halten. Von der aktuellen Debatte um Familienzeiten bis zur Fast-Food-Kultur, vom Akkordlohn bis zum Turbo-Internet, vom Speed-Dating bis zur Tempo-30-Zone, von der „Happy Hour“ bis zum Entschleunigungskurs ist Zeit als ständiger Begleiter in unseren Alltag eingeschrieben. Zu ihren größten Rätseln gehört, dass sie flüchtig und allgegenwärtig, unsichtbar und unübersehbar zugleich ist.

Sie ahnen es längst: Die „Zeit-Geschichten“ werden kaum mehr Antworten geben als neue Fragen aufwerfen. Aber sie sollen zum Nachdenken anregen. Und vielleicht zu einem bewussteren Umgang mit der Zeit führen. Auf Sie warten sieben spannende Wochen, in denen die Dewezet neben ihrer täglichen Berichterstattung alles um die Zeit kreisen lässt. Freuen Sie sich auf Experimente zum subjektiven Zeitempfinden, auf Einblicke in den rasanten Takt der Beschleunigungsgesellschaft, Analysen von Arbeitszeiten und Zeitarbeiten, Innenansichten in die Messung der Zeit oder Gedanken zur Unlust des Wartens, um nur einige der kommenden Beiträge zu nennen.

Eine Frage indes, so viel sei vorweggenommen, wird am Ende mit großer Gewissheit offenbleiben. Die Frage nach dem Wesen der Zeit. Je mehr Denker sich darüber in den letzten beiden Jahrtausenden den Kopf zerbrochen haben, desto mehr Thesen wurden formuliert. Die schlüssigste stammt immer noch aus der Feder des Alt-Philosophen Augustinus, der im fünften Jahrhundert lebte und auf die Frage „Was also ist die Zeit?“ eine zeitlos gültige Antwort fand: „Wenn mich niemand danach fragt, so weiß ich es; wenn ich es jemandem erklären möchte, der mich danach fragt, so weiß ich es nicht.“

Auch Ihre Ideen zum Thema „Zeit“ sind gefragt! Mehr zur Serie, einer themenbezogenen Vortragsreihe sowie einem Foto- und Gedichtwettbewerb: Seiten 9 und 17



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