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"Gilde"-Gäste benötigen Ausweis / Große Familie / 90 Mitglieder / Keine Alternative

Nichtraucherschutz: Gaststätte wird Club

Bückeburg (bus). Das am 1. August in Kraft getretene Gesetz zum Schutz der Nichtraucher hat in Bückeburg zu einer ersten Veränderung der Gaststättenszene geführt: Mit Wirkung zum 1. September hat Ruth Lüer die Türen des "Gilde-Stübchens" für immer geschlossen. Die Einkehrstätte bleibt dem Publikum unterdessen erhalten - am selben Tag feierte an gleicher Stelle der "Knobelclub Gildestübchen" offiziell Eröffnung. "Ich habe mich nicht gegen Raucher, sondern für meine Gäste entschieden", unterstreicht die Ex-Gastwirtin.

veröffentlicht am 21.09.2007 um 00:00 Uhr

Ruth und Wilfried Lüer hinter der Theke des jetzt als Knobelclub

Sie verstehe sich keineswegs als Rebellin, betont Lüer. "Es gab aber nur diese Alternative, um meine Existenz zu sichern und den großen Kreis meiner Stammkundschaft zusammenzuhalten." Für diese bringt die Umwandlung im Prinzip keine großen Veränderungen mit sich. Abgesehen von der Tatsache, dass die Besucher des Hauses Trompeterstraße 26 stets vor verschlossener Tür stehen - die mit einem Summer ausgestattete Schließanlage war eine der vom Ordnungsamt gemachten Auflagen. "Einlass nur für Mitglieder, Interessenten geben wir gerne Auskunft. Bitte klingeln!", heißt es auf einem Hinweisschild. Die Clubgründerin freut sich besonders, dass ihre Verpächterin ohne Wenn und Aber mitgespielt hat: "Sonst hätte ich aufhören müssen." Lüer findet in dem von Peter Alexander gesungenen Lied "Die kleine Kneipe" viele Beispiele für ihr Verständnis von Gastwirtschaft. In dem Stück geht es unter anderem um "ein Stückchen Daheim" und "da fragt dich keiner, was du hast oder bist". "Irgendwie sind wir hier wie eine große Familie", erläutert die Chefin. Die Familie verfügt allerdings über eine beträchtliche Mitgliederzahl. Falls alle "Angehörigen" auf einmal zusammenkommen, wird es auf den 80 anheimelnden "Gilde"-Quadratmetern ziemlich eng. Zum Clubstart waren rund 90 Frauen und Männer im Besitz von Ausweisen. Der Monatsbeitrag von 6,50 Euro wird mit dem Verzehr verrechnet. Wermutstropfen der organisatorischen Neuausrichtung: Mit der am 25. September anstehenden Feier des "15-Jährigen" wird es wohl nichts werden. Lüer: "Das Gilde-Stübchen gibt es ja nicht mehr."

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