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Umzug durch das Dorf: 20 Wagen feiern Erntefest / "Mähdrescher schafft mehr als die Sense"

"Nicht vergessen, dass alles seine Zeit hat"

Vehlen (rnk). Beim Auftakt zur neuen Erntefestsaison in Schierneichen, da war der Wagen noch richtig voll, erklärt Ramona Beissner von der Tanz- und Trachtengruppe Seggebruch, aber nach dem ersten Umzug lässt die Begeisterung immer ein bisschen nach. Da zudem noch Urlaubszeit ist, sind die Seggebrucher trotzdem zufrieden: Mit neun Mann nehmen sie am Vehlener Erntefestumzug teil, "es ist die kleine Besetzung", erklärt Beissner.

veröffentlicht am 25.08.2008 um 00:00 Uhr

Gut 20 Wagen haben gestern am diesjährigen Ernteumzug teilgenommen, die meisten waren gute Bekannte, die schon seit Jahr und Tag den Weg ins Dorf finden. Aber es gab auch ein paar, die ihre Umzugspremiere feiern konnten. Etwa der "Schaumburger Ernteexpress", auf dem sich Bewohner aus Cammer, Bückeburg und Seggebruch eingefunden hatten, "aus dem Großraum Schaumburg" erklärt eine Mitfahrerin lachend. Seit zehn Jahren nehmen sie an Umzügen teil, sechs bis acht sind es pro Jahr. Nach Vehlen wollen sie im nächsten Jahr wiederkommen: "Es ist schön hier." Nicht ganz so weit haben es die nächsten Teilnehmer, sie kommen aus der Bäckerstraße. Sie haben einen alten Ackerwagen restauriert, der aus dem Jahre 1942 stammt, alle Eichenplanken wurden ausgetauscht, jetzt sieht er aus wie neu. Schön und selten ist auch der Trecker, der ihn zieht: ein grüner Normag Zorge aus dem Jahr 1952 mit 15 PS. Erst auf den letzten Drücker haben die Vehlener Kids ihren Wagen geschmückt, und das aus gutem Grund: Ihn ziert frisches Gemüse, Brot und Sonnenblume. Alles sollte so frisch wie möglich aussehen, daher wurde erst einen Tag vor dem Umzug geschmückt. Dass heute der Mähdrescher deutlich mehr auf dem Felde wegschafft als früher die Sense, darauf hat Christine Aping als Erntebäuerin in ihrer Ansprache hingewiesen. Aber der Fortschritt habe auch Schattenseiten: Pfirsiche im April und Erdbeeren im Januar lassen vergessen, dass alles seine Zeit hat. Im Rhythmus der Natur zu leben, wird immer mehr verlernt. Nichts verlernt haben die Mitglieder der Dorfjugend, wie sich später bei den Tänzen herausstellte. Und Nachwuchs ist ebenfalls vorhanden. Gut besucht war der Discoabend am Freitag, der neue Platz für die Sektbar hat sich bewährt.



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