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Fachhochschule legt erste Messergebnisse vor / Revisionsarbeiten am Kraftwerk

Nicht Kraftwerk, sondern Autobahn ist der größte Luftverschmutzer

Porta Westfalica (who). In einer Pressekonferenz hat jetzt das Gemeinschaftskraftwerk Veltheim die Mess ergebnisse der Fachhochschule Lippe in Höxter vorgestellt: Danach verursacht die Autobahn mehr Luftverschmutzung als das Kraftwerk - ermittelt am Messcontainer "Auf der Lüchte" in Veltheim, s o das Fazit von Professor Wolfhelm Bitter vom Westfälischen Umweltzentrum. Alle Stickstoffmonoxid- und Dioxidspitzen lägen eindeutig in Richtung Autobahn. Doch auch hier werden die gesetzlich festgelegten Immissionsgrenzwerte unterschritten.

veröffentlicht am 08.06.2007 um 00:00 Uhr

Wolfhelm Bitter

Störend ist nur ein Ergebnis: Die Schwermetallkonzentrationen im Feinstaub, besonders Arsen und Nickel, in geringerem Maße auch für Blei und Cadmium, liegen höher als aus vergleichbaren Messungen bekannt. Ob man auch hierfür die Autobahn veranwortlich machen kann, oder das Kraftwerk - da wollte sich Professor Bitter noch nicht festlegen. Es sei aber sinnvoll, dass in diesem Bereich weiter gemessen würde. Entwarnung bei den Werten für Quecksilber, Dioxinen und Furanen. Hier würden die empfohlenen Grenzwerte derart unterschritten, dass weitere teure Untersuchungen nicht mehr erforderlich seien. Die Messergebnisse gelten auch für Rinteln - in der Weserstadt sei keine messbare Beeinflussung durch die Emission des Gemeinschaftskraftwerkes zu erkennen, so das Statement der Fachhochschule. Im Kraftwerk mit derzeit 157 Mitarbeitern wird weiter investiert: Für rund 7,5 Millionen Euro, teilte die Geschäftsleitung mit, sollen Revisionsarbeiten durchgeführt werden, so unter anderem Arbeiten an der Rauchgasentschwefelungsanlage, Reparaturen am Regenerativvorwärmer, TÜV-Prüfungen an den Anlagen und eine neue Leittechnik. Außerdem wird die Gasturbineumgebaut. Während der Anteil an Tiermehl und Klärschlamm bei der Mitverbrennung deutlich gesunken ist, steigt die Mitverbrennung von Müll ab von 1473 Tonnen im Vorjahr auf 2314 Tonnen bis Ende Mai dieses Jahres. Ziel sei ab August eine Verbrennung von 100 Tonnen Sekundärbrennstoffen pro Tag. Eine zu Beginn dieses Jahres neu gegründete Gesellschaft, die zu zwei Dritteln der Eon Kraftwerke GmbH, zu einem Drittel den Stadtwerken Bielefeld gehört, betreibt ein eigenes Hochspannungsnetz - womit die Bereiche Erzeugung und Netz getrennt worden sind. Die neue Gesellschaft firmiert unter "Netz Veltheim GmbH" mit Sitz in Porta Westfalica.



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