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Dietrich von Blomberg stellt "Geheimpapier" aus dem Rathaus ins Internet

Neuhäuser (WGS): Kaufpreisangebot für Steinanger viel zu niedrig

Rinteln (wm). Die Grundsatzdiskussion um die Bebauung des Steinangers geht weiter: "Das derzeitige Kaufangebot der heimischen Banken liegt um mehr als die Hälfte unterhalb des tatsächlichen Marktwertes des Steinangers." Mit dieser Feststellung hat sich jetzt WGS-Ratsmitglied Gert Armin Neuhäuser in die Debatte eingeschaltet. Neuhäuser bezieht sich auf den Bodenrichtwert des Gutachterausschusses des Katasteramtes. Der liege für die Umgebung des Steinangers bei 105 Euro pro Quadratmeter. Für Neuhäuser sieht die Rechnung dann so aus: "Das 48 980 Quadratmeter große Gelände habe damit einen Marktwert von 5,14 Millionen Euro. Angebot der Banken nach seinen Informationen seien aber nur 2,4 Millionen Euro.

veröffentlicht am 15.01.2007 um 00:00 Uhr

Auch ein Kostenfaktor: Für die Parkplätze am Steinanger muss Ers

Vor diesem Hintergrund sei dann doch eher die Idee der CDU sinnvoll, nämlich die Vermarktung des Steinangers durch die Stadt selber zu betreiben, so Neuhäuser. Unabhängig davon sehe die WGS aber zu einer Steinanger-Bebauung keine Notwendigkeit. Neuhäuser zählte auf: Massive Leerstände insbesondere in der Nordstadt und die Zerstörung der gewachsenen Struktur würden gegen eine Steinanger-Bebauung sprechen. Entscheidend sei für ihn auch die wirtschaftliche Bilanz. Die Stadtverwaltung gehe nach ihm vorliegenden internen Unterlagen von Umsiedlungskosten für Vereine, sowie Abriss- und Entsorgungskosten von insgesamt 3,312 Millionen Euro aus. Hinzu komme der Bodenrichtwert von wie genannt 5,1429 Millionen Euro, mithin 8,4549 Millionen Euro. Dem stehe ein Kaufangebot der Banken von 2,449 Millionen Euro gegenüber. Neuhäuser: Damit würde das Vermögen der Stadt und damit aller Bürgerinnen und Bürger um rund sechs Millionen vermindert: "Steuer- und Abgabenerhöhungen lassen schon mal grüßen." Selbst wenn man noch zwei Millionen Euro für die Sanierung der bestehenden Sportanlagen am Steinanger abziehe, unterdem Strich würden die Bürger gewinnen, "wenn der Steinanger nicht bebaut wird". Auch Dietrich von Blomberg, Sprecher der Bürgerinitiative gegen den Verkauf des Steinangers, hat sich am Wochenende in einer Stellungnahme auf das interne Papier bezogen, das aus dem Rathaus stammen soll und detailliert Kosten nennt, die bisher nicht im Gespräch gewesen sind, aber aufgebracht werden müssten, um den Steinanger "baureif" zu machen. So wüsste zum Beispiel niemand, so von Blomberg, ob das Gelände der Schützen belastet sei und was sich unter dem Parkplatz und der Reithalle befindet. Hier standen einmal, so von Blomberg, Baracken für Flüchtlinge. Zahlen, die nach Neuhäusers wie von Blombergs Informationen in dem internen Papiervorsorglich genannt werden. So beispielsweise allein 100 000 Euro für den Bodenaustausch am Reitverein, 40 000 Euro für Gebäudeabriss und Bodenaustausch auf dem Schützengelände, 100 000 Euro für die Entsorgung von Bitumen und Pflaster der Parkplätze am Steinanger und der Hartler Straße, 3000 Euro für das Bäumefällen. Ein Posten von 150 000 Euro trägt den Titel "unvorhergesehene Kosten." Ebenfalls noch nicht aufgeführt, argumentiert von Blomberg, seien die Kosten für den Hochwasserschutz. Das zeige, "dass da einiges auf die Steuerzahler zukommen wird - allein um das Gelände verkaufsfertig zu machen". Nach dem ihm vorliegenden Papier werde Abriss wie Neubau der Reitanlage mit 1,35 Millionen kalkuliert, der Umzug der Schützen mit 240 000 Euro, der Umzug der Sportler mit 1,66 Millionen Euro. Von Blomberg kündigte an, die Bürgerinitiative habe inzwischen rund 1000 Unterschriften gesammelt - alle Namen mit Adressen - und werde jetzt auch die internen Zahlen "aus dem Rathaus" ins Internet auf die Homepage der Bürgerinitiative stellen.



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