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Neues Klinikum: „Nicht zulasten der Ortschaft“

Vehlen (rnk). Grundsätzlich, so waren sich Arbeitskreis Dorferneuerung und der Ortsrat in einem gemeinsamen Positionspapier einig, sei die Ansiedlung des Gesamtklinikums „nach wie vor“ zu begrüßen. Aber: „Die Verkehrsanbindung darf nicht zulasten der Ortschaft Vehlen gehen.“

veröffentlicht am 22.10.2010 um 14:31 Uhr
aktualisiert am 04.12.2012 um 14:33 Uhr

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Das Projekt, so waren sich die beiden Gremien einig, biete positive Chancen für die Stadt und die Ortschaft, die Baulandnachfrage werde ebenso angekurbelt wie die Infrastruktur verbessert. Mit der verfolgten Planung werde aber eine „erhebliche Mehrbelastung“ der Ahnser Straße und des „Knotenpunktes Bundesstraße 65“ hinzukommen. Angesichts der schwierigen Ausgangssituation“ einerseits sowie im Interesse des Anwohnerschutzes und der Verkehrssicherheit andererseits seien „flankierende Nachbesserungsmaßnahmen „unerlässlich“.

Drei Punkte wurden vorgestern im Ortsrat noch einmal aufgeführt: die Anlage eines Radweges von Ahnsen nach Vehlen an der Landstraße 451; die verkehrsberuhigte Umgestaltung des Ortseinganges Vehlen und eine verkehrsgerechte Lösung für den Knotenpunkt Landesstraße/Bundesstraße 65.

Ein weiterer Punkt ist der Schleichverkehr: Bei den Planungen sei zu berücksichtigen – und zwar „unbedingt“ – dass auf dem „Stapel“, also der Verbindung von Röhrkasten und Vehlen, sowie durch die Bäckerstraße im Ortskern „geeignete Maßnahmen“ zu treffen sind, um Autofahrten zu unterbinden. Der landwirtschaftliche Verkehr und die Naherholung dürften nicht beeinträchtigt werden, Radfahrer, Fußgänger und Inliner müssten weiterhin die Wege nutzen können.

Das sei in der Realität nicht so einfach umsetzbar, verwies Martin Schulze-Elvert (CDU) auf bisherige Überlegungen: Einen Klapppoller anzubringen und dann dem Landwirt die Schlüssel zu reichen, damit er dann auf dem Weg zur Scholle vom Traktor steige und aufschließe – das gehe an der Realität wohl ein bisschen vorbei: „Eine befriedigende Lösung haben wir noch nicht gefunden.“

Ernst Völkening (SPD) verwies auf eine Sitzung mit Fachbereichsleiter Fritz Klebe vom Landkreis, in der der Arbeitskreis seine Bedenken vorgetragen habe und ihm zugesichert wurde, dass noch ein Gespräch mit der niedersächsischen Verkehrsbehörde folgen werde. Anschließend reduzierte der Arbeitskreis sein Positionspapier deutlich. Im September hatte man dort noch auf die „offenbar zusätzliche Erschließung des Klinikums von Süden“ her verwiesen; eine Lösung, die der vom Arbeitskreis vertretenen Position „widerspreche“. Der Arbeitskreis hatte „im Interesse des Landschaftsschutzes“ einen Verzicht auf diese Option gefordert. Als in der Sitzung des Ortsrates ein Einwohner später wissen wollte, ob diese zweite Zuwegung sicher kommen werde, beschränkte Bürgergeister Oliver Schäfer seine Antwort auf zwei Buchstaben: „Ja.“

Im September-Papier hatte der Arbeitskreis noch „konstruktive neue Lösungsvorschläge“ zur Verkehrsanbindung gefordert und zugleich beklagt, dass „grundsätzliche Lösungen“ wie die vom Arbeitskreis vorgeschlagene „Westumfahrung“ verworfen worden sei. Und: „Im Interesse eines gedeihlichen Miteinanders wird eine erneute gemeinsame Erörterung der Sachlage erwartet.“

Froh sei er, bekannte Horst Sassenberg (CDU), dass es nun ein gemeinsames Papier von Arbeitskreis und Ortsrat gebe und dass der Arbeitskreis sich hinter das Klinikums-Projekt stelle. Sassenberg riss noch kurz „Zungenschläge von außen“ an, die nicht gewollt seien, ehe er die positiven Chancen für Vehlen, Stadt und Landkreis unterstrich. Aber wenn dieses Klinikum komme, „dann wird es mehr Verkehr geben“. Es sei nicht möglich, einen Dienstleister in derartiger Größe zu bauen, ohne dass es zu Mehrbelastungen auf den Straßen komme. Sassenberg: „Natürlich muss es flankierende Maßnahmen geben“, etwa einen Rad- und Fußweg an der Ahnser Straße.

Bei der Diskussion um die Budgetmittel für den Ortsrat spielte das geplante Klinikum später noch einmal herein. Die Gräben im Bereich des Klinikums müssten in einem guten Zustand sein, waren sich die Mitglieder einig, Ortsbürgermeister Werner Harder (SPD) wies darauf hin, dass vielfach die Durchlässe verstopft seien und dringend gesäubert werden müssten.

Schulze-Elvert plädierte dabei für die Anlage eines Katasters, das sich auf dem heutigen Stand bewege und aus dem ersichtlich sei, wann was gesäubert oder gepflegt werden müsse. „Dann muss nicht jedes Mal auf Zuruf gearbeitet werden“, formulierte es der Gelldorfer.

Bislang endet am Ortsausgang Vehlen der Geh- und Radweg. Kommt das Klinikum, soll der Weg auf der Ahnser Straße weitergeführt werden, fordern Ortsrat und Arbeitskreis.



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