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Interseroh und Tönsmeier investieren in Berenbusch zwei Millionen Euro / 10 000 Quadratmeter unter Beton

Neues Kapitel in der Erfolgsgeschichte des Hafens

Evesen (bus). In der Aufschwungsgeschichte des Hafens Berenbusch wird gegenwärtig eine weiteres Erfolgskapitel geschrieben. Die Interseroh-Holzkontor Ostwestfalen (IHO), eine Tochter des Kölner Dienstleistungs- und Rohstoffkonzerns Interseroh (51 Prozent) und des Entsorgungsunternehmens Tönsmeier (Porta Westfalica, 49 Prozent), investiert am Mittellandkanal zwei Millionen Euro. Mit dem Investment wird die Nutzfläche um 10 000 auf etwa 22 000 Quadratmeter vergrößert, die Maschinentechnik ergänzt und eine Lärmschutzwand errichtet. Die Vergrößerung bringt nahezu eine Verdoppelung des bisher genutzten Areals und eine Steigerung des jährlichen Altholzumschlags von 89 000 auf 148 500 Tonnen mit sich.

veröffentlicht am 23.09.2006 um 00:00 Uhr

Nach Aussagen von Niederlassungsleiter Jörg Große-Wortmann, Michael Block (Leiter Unternehmenskommunikation Interseroh) und Boris Ziegler (Pressesprecher Tönsmeier) ist Berenbusch der größte von bislang sechs Interseroh-Holzplätzen in Norddeutschland. Der Standort profitiere vor allen Dingen von der Anbindung an die Wasserstraße, die ökologische und ökonomische Vorteile in derselben Weise beinhalte. "In- und Output über den Kanal", unterstreicht Block, sollten zukünftig forciert, Verladetechnik und Hafenumschlagsanlage noch mehr als bisher genutzt werden. Insbesondere strebe das Unternehmen die Belieferung von Kraftwerken mit Hafenanschluss an. Interseroh beschäftigt aktuell (Stichtag: 30. Juni 2006) 1428 (Vorjahr: 1378) Mitarbeiter; der Halbjahreszwischenbericht weist einen Gesamtkonzernumsatz von 576,9 Millionen Euro (erstes Halbjahr 2005: 469,4) aus. Das in finanziellen Belangen weniger auskunftsfreudige Familienunternehmen aus Porta Westfalica verweist auf mehr als 2100 Mitarbeiter und mehr als 50 Niederlassungen im In- und Ausland. Zu Jahresbeginn hat Tönsmeier die Pape Entsorgung/Hannover (250 Mitarbeiter)übernommen, in London und Sachsen-Anhalt eingekauft. "Ein Entwicklungsschub, dem konkrete strategische Planungen vorausgingen", sagt Jürgen Tönsmeier, geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe. In Berenbusch sind mittlerweile etwa 3000 Kubikmeter Beton verbaut worden. Ein erklecklicher Teil der Mixtur von Zement, Wasser und Sand diente dem Errichten einer 300 Meter langen und vier Meter hohen Lärmschutzwand. Unter dem Beton der Erweiterungsfläche versteckt sich ein Mehr-Barrieren-Abwassersystem. Die gegeneinander abschottbaren Behältnisse sorgen eventuellen Verunreinigungen und deren versehentlichen Ableitungen in örtliche Netze vor. Die IHO geht von einer endgültigen Fertigstellungdes Neubaukomplexes im zweiten Quartal 2007 aus. Bis zu diesem Zeitpunkt wird auch die zeitnah beabsichtigte Aufstockung des Personals um drei weitere Mitarbeiter vollzogen sein. Unterdessen vermeldet die Fachpresse massive Erschütterungen im System "Grüner Punkt". Das 1991 eingeführte System hatte sich in den zurückliegenden Jahren zu einem Selbstbedienungsladen der Abfallwirtschaft entwickelt. Jetzt machen - beflügelt durch neue behördliche Genehmigungen - die schärfsten Wettbewerber des Dualen Systems Deutschland(DSD), zu denen außer der Mainzer Landbell AG auch die Kölner Interseroh zählen, mobil. Interseroh-Chef Jürgen Albus spricht in diesem Zusammenhang von einem "Durchbruch für einen echten bundesweiten Entsorgungsmarkt". Die Kölner hätten sich zum Ziel gesetzt, dem DSD mit einem eigenen dualen System dicht auf den Fersen zu bleiben und sich dauerhaft als klarer Nummer-1-Wettbewerber zu positionieren, wird Albus zitiert. Das derzeitige Umsatzvolumen des "Grünen Punktes" wird von Experten auf rund 1,5 Milliarden Euro veranschlagt. Gegen diese Summe gewichtet kommt dem Engagement im Berenbuscher Hafen beinahe die Beliebigkeit von Peanuts zu - entspricht sie doch, imponierenden Zahlen und Ausmaßen zum Trotz, nicht einmal anderthalb Promille der Müll-Milliarden.

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