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Weniger Räume – um Kostensprung zu verhindern

Neuer Zuschnitt für das Schulzentrum

Hameln. Nicht mal ein halbes Jahr ist es her, dass die Sieger des städtischen Architektenwettbewerbs zum neuen Schulzentrum Nord gekürt wurden. Nun sind die Pläne des Büros Venneberg + Zech überholt. Um einen weiteren Kostensprung zu vermeiden, werden einstige Vorgaben der Stadt neu verhandelt, Details des Entwurfs hinterfragt: Wie viele Räume werden für Integrierte Gesamtschule und Albert-Einstein-Gymnasium wirklich benötigt? Ist der entworfene Eingangstrakt zwischen beiden Schulen notwendig? Ist ein Mensaneubau zwingend erforderlich – oder reicht doch eine Erweiterung der am AEG vorhandenen? All dies steht nun in Frage, wie gestern im Gespräch mit Oberbürgermeister Claudio Griese, Stadtbaurat Hermann Aden und Stadträtin Gaby Willamowius deutlich wurde.

veröffentlicht am 12.05.2015 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:02 Uhr

Frank Henke

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Drei Aspekte hätten am Anfang des Kurswechsels gestanden. Sie lassen Griese befürchten, dass die Kosten von gut 21 auf – so seine Schätzung – „weit über 25 Millionen Euro“ steigen könnten:

Der bereits erwähnte verbindende Eingangsbereich – „Herzstück des Schulzentrums“, wie es heißt – treibe die Baukosten in die Höhe.

Dieser Eingangsbereich habe auch zur Folge, dass eine neue Zuwegung angelegt werden muss. Also müsse auch das Außengelände umfassend neu gestaltet werden.

Zudem müsse aufgrund gestiegener Honorare für Architekten und Ingenieure, höhere Anforderungen an den Brandschutz und einer allgemeinen Preissteigerung auf dem Bau ein Aufschlag von fünf Prozent pro Jahr kalkuliert werden. Dieser war, räumt die Verwaltung ein, über Jahre hinweg nicht berücksichtigt worden.

Grieses Ziel ist nun, zumindest im Rahmen der bisher geplanten 21,26 Millionen Euro zu bleiben. Letzte Hoffnungen auf niedrigere Kosten scheinen im Grunde erledigt. Der OB will die Schere beim Raumprogramm ansetzen. Bei einer gemeinsamen fünfzügigen Oberstufe von AEG und IGS würden für den elften Jahrgang nur noch fünf allgemeine Unterrichtsräume benötigt – ursprünglich waren es sechs bis sieben. Im Kursbereich der Jahrgänge 12 und 13 könnten durch Mehrfachnutzungen weitere Räume eingespart werden. Die Planer hatten Mehrfachnutzungen bislang nicht vorgesehen und waren von 12 bis 14 Kursräumen ausgegangen. Nun könnten insgesamt vier Kursräume für die Jahrgänge 12 und 13 reichen. Weitere Möglichkeiten zur Mehrfachnutzung sollen ausgelotet werden.

Und geprüft werden soll auch, ob die Sekundarstufe 1 von acht auf sieben Züge reduziert werden könnte. Dies würde dazu führen, dass statt der geplanten 48 nur noch 42 allgemeine Unterrichtsräume benötigt werden. Ein Schritt, den Griese jedoch als „nachhaltige Veränderung der Ausrichtung des Schulzentrums Nord“ sähe.

Die Vorschläge aus der Verwaltung sollen am Mittwoch, 27. Mai, in einer gemeinsamen Sitzung den Ausschüssen für Kindertagesstätten, Schulen und Sport sowie für Stadtentwicklung präsentiert werden. Das letzte Wort hat der Rat dann eine Woche später.

Das Kreishaus – finanziell beim Schulzentrum Nord mit im Boot – reagierte positiv: „Ich begrüße diese Überlegungen“, sagte Kreisrätin Petra Broistedt. „Wir waren schon immer skeptisch, ob vor dem Hintergrund des demografischen Wandels eine Achtzügigkeit im Sekundarbereich I erforderlich ist.“ Sie sei trotzdem überzeugt „dass am Ende eine gute Schule herauskommt“.



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