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Großer Glaskubus: Hubschrauberzentrum präsentiert Modell / Neue Finanzierungsschwierigkeiten

Neuer Entwurf kommt mit 2,63 Millionen aus

Bückeburg. Das Hubschrauberzentrum hat erstmals den Entwurf präsentiert, der anstelle des nicht zu finanzierenden Schürmann-Erweiterungsbaus realisiert werden soll. Es handelt sich um einen verfeinerten Entwurf der Agentur "idIIId-Berlin", die ursprünglich das neue museumspädagogische Konzept für das Museum entworfen hatte und um diesen Entwurf herum bereits erste Vorstellungen konkretisiert hatte, wie der Erweiterungsbau aussehen könnte.

veröffentlicht am 10.10.2007 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:47 Uhr

So sieht er aus, der neue Entwurf für den Erweiterungsbau des Hu
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite

Es handelt sich um einen zweigeschossigen Glaskubus mit einer Grundfläche von 17,50 mal 17,50 Meter. Die Fassade ist größtenteils aus Glas mit abgesetzten Stahlelementen gestaltet, ebenso die Zwischendecke, so dass Durchblicke auf die Exponate von oben nach unten als auch umgekehrt möglich sind. Der Bau ist unterkellert, hat einen Aufzug sowie eine Außentreppe,die auf eine Dachgalerie führt, über die die Besucher zum einen durch das Glasdach in das Museum, zum anderen aber auch über die Stadt schauen können. Funktionsräume wie Eingang und Museumsshop sowie ein größerer Abstellraum sind in seitlichen Baukörpern untergebracht. Neubau und Altbau werden durch einen unterirdischen Gang verbunden, so dass zwei eigenständige Baukörper entstehen. "Für uns ein stimmiger und bemerkenswerter Entwurf, der städtebaulichen Ansprüchen gerecht wird", wertete Wolfgang Raschke, der Vorsitzende des Hubschrauberzentrums. Nach bereits sehr detaillierter Kalkulation soll der Neubau inklusive der Umsetzung des neuen museumspädagogischen Konzeptes 2,63 Millionen Euro kosten und liegt damit deutlich unter den Kosten, die Schürmann für die Realisierung seiner Erweiterung kalkuliert hatte, nämlich 3,4 Millionen Euro - ohne die museumspädagogische Gestaltung, die noch einmal rund 500 000 Euro gekostet hätte. Mit dem neuen Konzept, der Projektbeschreibung und diversen Berechnungen ist vorgestern der Vorstand auch bei der N-Bank in Hannover vorstellig geworden, dieüber die Vergabe der EU-Mittel zu entscheiden hat. Dort wurden die Entwürfe samt Kostenkalkulation "außerordentlich wohlwollend" aufgenommen, wertete Raschke. Allerdings muss das Hubschrauberzentrum weitere Berechnungen, wie Abschreibungen auf den Neubau oder Wirtschaftlichkeitsberechnungen, beibringen. Da der 15. Oktober Termin für die fristgerechte Abgabe der Förderunterlagen gewesen wäre, entschied das Museum, erst den nächsten Abgabetermin am 15. Februar 2008 anzusteuern. "Wenn unser Antrag noch Mängel aufgewiesen hätte und aus diesem Grund abgelehnt worden wäre, hätten wir unsnicht mehr erneut bewerben können", begründete Raschke: "Dann besser einen ausgereiften und durchgerechneten, in sich schlüssigen Antrag." Dem Museum stehen aus Spenden-, Sponsoren- und Stiftungsgeldern sowieöffentlichen Zuschüssen bisher 1,244 Millionen Euro aus Eigenmitteln zur Verfügung, dazu sollen 50 Prozent an EU-Zuschüssen kommen - mithin besteht noch eine Deckungslücke von rund 142 000 Euro. Allerdings könnte diese Lücke noch größer werden. Denn bei dem Gespräch bei der N-Bank in Hannover stellte sich heraus, dass der Zuschuss, den die Stadt Bückeburg durch den Kauf und die Erschließung des Grundstückes an der Ecke von Bahnhofstraße und Sabléplatz bereits gegeben hat, voraussichtlich nicht mit zu den Eigenmitteln des Hubschrauberzentrums gerechnet werden darf, sondern außen vor gelassen werden muss. Damit würde sich die Deckungslücke aber um weitere 221 000 Euro vergrößern. Wie Raschke sagte, will er bis zu einem Festakt am 13. November anlässlich des 100. Jahrestages des ersten Fluges eines Hubschraubers endgültige Klarheit in die Summe bringen, die noch gebraucht wird: "Die Summe, die ich dann nenne, wird und muss stimmen." Bei der Deckung der Lücke hofft der Verein auf öffentliche Zuschüsse, sprich Gelder von Stadt und Landkreis. Er müsse vor allem die Stadt davon überzeugen, dass sie eine Leistung erbracht hat, die aber von der Vergabebank für die EU-Mittel voraussichtlich nicht anerkannt werde, sagte Raschke. Und noch auf einem weiteren Feld muss Raschke erheblicheÜberzeugungsarbeit leisten. Ein Teil der zugesagten Stiftungsgelder ist bis 31. Dezember dieses Jahres befristet - bis zu diesem Datum hätte der Baubeginn erfolgen müssen. Danach stehen diese Mittel nicht mehr zur Verfügung. Raschke: "Ich hoffe, dass die Stiftungen aufgrund der Besonderheit desProjektes Verständnis zeigen." Wann der neue Entwurf den zuständigen Gremien von Stadtrat und Stadtverwaltung vorgelegt werden kann, vermag Raschke noch nicht zu sagen. Das Modell sei beiden bereits vorgestellt worden, da die Hoffnungen damals noch auf dem Schürmann-Entwurf ruhten. Es könne durchaus sein, dass die Stadt aufgrund der exponierten Lage des Erweiterungsbaus noch Änderungswünsche habe. Wie sich das auf der Kostenseite auswirke, müsse abgewartet werden.

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