weather-image
24°
Vierständergebäude in Lauenau "Sorgenkinder der Denkmalpflege" / Nr. 13 wird zur Scheune

Neue Zukunft für zwei sehr, sehr alte Häuser

Lauenau (nah). Zwei derältesten Wohngebäude im Flecken Lauenau stehen vor einer neuen Zukunft. Noch vor einem Jahr wurde über den möglichen Abriss der beiden Vierständerhäuser spekuliert, die von Schaumburger Experten bereits in die Liste der "Sorgenkinder der Denkmalpflege" aufgenommen worden waren. Doch seit einigen Monaten zeigen sich erste Veränderungen: Karsten Dohmeyer und Anke Meder wollen als neue Eigentümer der alten Bausubstanz wieder mehr Geltung verleihen.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 14:39 Uhr

Bauingenieur Karsten Dohmeyer und Architektin Anke Meder wollen

Der Bauingenieur und die Architektin haben die beiden Gebäude erworben. Im Haus Nummer 11 will die in Hannover wohnende und arbeitende Familie ihren Lebensmittelpunkt errichten. Das weitaus marodere Nachbarhaus mit der Nummer 13 soll vorerst nur als Scheune dienen. Schon zu einem frühen Zeitpunkt aber hatten sich Dohmeyer und Meder für ein "alles odernichts" entschieden. Denn nur das Grundstück 13 bietet eine idyllische Gartenparzelle. "Wir wollten unbedingt ein altes Objekt haben", begründet der 35-Jährige die Entscheidung, künftig zwischen alten Fachwerkbalken leben zu wollen. Dass die beiden Häuser vermutlich sehr bald nach dem großen Lauenauer Brand im Jahre 1682 entstanden sind, verlockte: Spätere Besitzer hätte zwar immer wieder etwas vorgebaut. Aber nach Abriss von Zwischenwänden und Verkleidungen zeigte sich sehr schnell die Grundstruktur eines Niedersächsischen Hallenhauses mit etlichen auffälligen Merkmalen. Für die Sanierung aber war es nach Dohmeyers Feststellungen allerhöchste Zeit: Etliche Balken und Gefache müssten dringend erneuert werden. Die Löcher im Dach wurden mit alten Pfannen provisorisch geschlossen. Aber der Bauherr scheut sich auch nicht, aus Gründen der Zweckmäßigkeit zu anderen Mitteln zu greifen: Statt dicker Sandsteine wird künftig ein Betonsockel das Fundament des alten Hauses bilden. Die 35 und 28 Jahre alten "Bauherren" wollen sich nicht unter Zeitdruck setzen. "Das ist unser Hobby, und so planen wir es auch", sagen sieüber ihre mächtigen Klimmzüge, die sie als Hobby-Handwerker noch bewältigen müssen. Demnächst kommen sie sogar einer Bitte der Schaumburger Interessengemeinschaft Bauernhaus (IGB) nach und beteiligen sich am "Tag des offenen Denkmals". Wenn in den Samtgemeinden Rodenberg und Nenndorf am Sonntag, 9. September, sich viele alte Gebäude präsentieren. Dann können auch die Häuser Lange Straße 11 und 13 sehenswerte Ziele sein. Außer dem Blick auf bereits sanierte Schwellen und Fundamente dürfen sich die Besucher über die bauhistorischen Erkenntnisse informieren. Im vergangenen Jahr wurde das Haus 13 vermessen und das Alter seiner Balken durch ein Spezialverfahren genau bestimmt. Seither besteht kein Zweifel mehr: Ende des 17. Jahrhunderts sind die Gebäude entstanden.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare