weather-image
Kein Gespräche vor der Wahl / Einzelbewerber zieht Bilanz: 15 Punkte erreicht, sieben nicht

Neue Ziele? Bögel holt sich Abfuhr bei "Mitte"

Obernkirchen (rnk). Über eine weitere Zusammenarbeit und neue politische Ziele hätte Dr. Konrad Bögel gerne mit der "Mitte" gesprochen, doch der Einzelbewerber im Rat und jetzige Vorsitzende von "WIR" hat sich bei Gruppensprecherin Beate Krantz eine Abfuhr eingeholt: Das sei der falsche Zeitpunkt, teilte ihm Krantzper E-Mail mit.

veröffentlicht am 22.08.2006 um 00:00 Uhr

Man solle erst einmal die Wahl abwarten, so Krantz gestern, dann werde man das Ergebnis betrachten und weitersehen. Natürlich wolle die "Mitte" die Mehrheit verteidigen, aber erst werde man das Votum des Wählers im nächsten Monat abwarten. Generell, so Bögel in einer Pressemitteilung, müsse derjenige, der Ziele formuliert, auch Bilanz ziehen, bevor er dann neue Ziele setze. Er sei als einziger dieser "simplen Regel" (Bögel) gefolgt und habe daher seine Ziele aus dem Jahre 2001 kritisch ausgewertet. Bögel erinnert an 2001: Damals habe er als Einzelbewerber die Ziele von der CDU und der WGO mit seinen eigenen zusammengeführt und mit diesem "Block der Erneuerung" eine detaillierte Liste der Öffentlichkeit vorgestellt. "Die Bevölkerung erhielt ein klares Bild. Das waren Zeiten, von denen wir heute nur träumen können." Durch die Weigerung, gemeinsame Ziele zu formulieren, bleibe "die Politik unvollkommen, obwohl die eingeleitete Erneuerung nicht abgeschlossen ist." Zwar sei die gemeinsame Bilanz und Zielsetzung wegen der "Unterscheidungsarbeit" der Bürgermeisterkandidaten schwierig geworden, "vielleicht fehlt aber auch allenthalben der Mut, dem Wähler zu sagen, wie die Befreiung unserer Stadt aus ihrem Bildungs- und Finanznotstand aussehen soll." Die mangelnde Bereitschaft, sich mit Bögel an einen Tisch zu setzen, wird in der Bergstadt indes auch mit der politischen Arbeit des Einzelbewerbers begründet: Die letzten zwei Jahre werden von der "Mitte" mit Blick auf Bögel keineswegs als gut bewertet. In seiner Bilanz fasst Bögel 15 Ziele zusammen, die er "mit voller Unterstützung der Mitte" erreicht habe. Die Wiederbelebung des Stadtmarketings, die Führung des VVO-Projektes "Galerie Obernkirchen" mit der Betreuung von bis zu 30 leerstehenden Schaufenstern, einen Kinderspielplatz im Stadtzentrum, die Verwirklichung der Skater-Bahn, Verjüngung und Rotation der Mandatsträger in Ehrenämtern, die Offenlegung und Wahrung der Genehmigungspflicht städtischer Bediensteter, verbesserte Lebensqualität für Alte und Schwache, die Förderung der Altstadtsanierungs- und Dorferneuerungsprojekten sowie den Veränderungsprozess für die Gebührenerhebung für Straßenreinigung und Winterdienst schreibt sich unter anderen Bögel auf die Fahnen. Einen Teilerfolg bei "mangelhafter Unterstützung" durch die "Mitte" sieht er beim Deutschen Haus: Die Verschleuderung öffentlicher Mittel - auch die der Stadt, sagt Bögel -, habe er im Rahmen gehalten, dafür sei ein neues Bürgerbewusstsein im Stadtzentrum geschaffen worden. Als erfolglos wertete Bögel sieben Punkte: Die misslungen Rettung von SV 45 und der Berggaststätte ("Hinterstubenpolitik der Verwaltung verhinderte eine saubere politische Lösung"), den Kampf um die Kooperative Gesamtschule, den gescheiterten Versuch, die Gastronomen an einen Tisch zu bringen. Und die Entwicklung eines Kulturprogramms sei von anderen Ratsmitgliedern und Parteien "zurückgedrängt" worden, die Eindämmung des Verwaltungsaufwands für die Gremienarbeit sei ebenfalls nicht gelungen: "Nötig ist ein fähiger Verwaltungsleiter." Und die Vermittlungsgespräche für die Herstellung des "offiziellen Ehrenstatusses" für Ernst-August Krantz seien an der "unnötigen Verhärtung der Betroffenen" gescheitert. Letzter Bilanzpunkt ist der Agenda-21-Prozess: Die Förderung "stieß auf persönliche Vorteilsnahme anderer, aus diesem ursprünglich total überparteilichen Demokratisierungsprogramm".

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare