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Bis März kein Durchkommen für Reiter und Fahrzeuge / 4600 Tonnen Schotter noch nicht ausgehärtet

Neue Waldwege am Kanstein bleiben gesperrt

Salzhemmendorf (ubo). Der Weg schlängelt sich durch den Wald am Kanstein. Am Anfang des neu angelegten Weges versperrt ein Baumstamm die Zufahrt. Der Schotter ist hell, glatt und noch sehr weich. Deshalb bleiben die vier Wege, die die Forstgenossenschaft Salzhemmendorf im Bereich des Kan- stein auf einer Länge von insgesamt 1189 Meter angelegt hat, noch bis zum März nächsten Jahres gesperrt. „Der Kalk im Schotter muss noch abbinden“, erklärt der Vorsitzende der Forstgenossenschaft, Volker Seegers. Insgesamt wurden rund 4600 Tonnen Schotter aus dem Rheinkalk-Werk Salzhemmendorf verbaut. Auch Reiter sollen die Wege nicht benutzen, um die sensiblen Vorgänge im Schotter und die Aushärtung nicht zu gefährden, erklärt der Leiter des Forstamtes Südniedersachsen in Hildesheim, Forstoberrat Michael Degenhardt.

veröffentlicht am 26.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2009 um 10:08 Uhr

Neue Waldwege am Kanstein bleiben gesperrt

Um das Regenwasser abzuleiten, wurden Spitzgräben und alle rund 150 Meter Durchlässe geschaffen. Ein rund 380 Meter langer Weg wurde auch an einem Berghang angelegt.

Wie Degenhardt weiter ausführte, verlangen die Holzabnehmer ganzjährig befahrbare, feste Fahrwege. „Außerdem sind die meisten Forstwege in einer Zeit gebaut worden, als das Holz mit Pferdegespannen oder Lkw mit geringer Last aus dem Wald gefahren wurde“, blickt der Forstoberrat zurück. Zudem erfordere das Zertifizierungssystem PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und eine ausreichende Erschließung des Waldes, so Forstoberrat Degenhardt.

Die Hälfte der Bruttokosten in Höhe von rund 25 000 Euro investierte die Forstgenossenschaft in die neuen Wege, die andere Hälfte wurde durch das Förderprogramm „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) der EU, des Bundes und des Landes Niedersachsen getragen. „Die Fördermittel sind auf zehn Jahre zweckgebunden, und deshalb sind jederzeit Kontrollen der Europäischen Union möglich“, führt Degenhardt aus. „Als Ersatzmaßnahme für den Naturschutz wurde eine Waldfläche der Forstgenossenschaft mit einer Größe von 3750 Quadratmetern mit 140-jähriger Buche aus der Bewirtschaftung genommen. Diese wird zukünftig sich selbst überlassen“, rundet Volker Seegers die Maßnahme ab. Auf dieser Fläche soll gewünschtes Totholz unter anderem für Spechte und Fledermäuse entstehen.

Gemeinsam begutachten (von links) die Forstreferendarinnen Brit Kobus-Gehricke, Katharina Meyer, Forstoberrat Michael Degenhardt und der Vorsitzende der Forstgenossenschaft Salzhemmendorf, Volker Seegers, einen Abschnitt der neuen Wege. Auf diesem Abschnitt wurde der Weg in einen Abhang angelegt.

Foto: ubo

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