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Museen und Galerien warten mit besonderen Expos auf

Neue tolle Ausstellungen: So springt der Funke über

Hannover / Weserbergland / Lippe (ey). „Vor dem Blau ist hinter dem Blau“ klingt ungefähr so irritierend wie „Ein Gedicht ohne Worte machen“. In beiden Fällen handelt es sich um Ausstellungen, die in den kommenden Tagen eröffnet werden. Kulturbanausen mögen das alles als spinnerte Ideen ausgeflippter Pinselschwinger abtun, doch in der Kunst wie anderswo war es schon immer falsch, Vorurteile zu fällen. Gerade das verstörerische Element ist nicht selten das Salz in der Suppe. So wird der finden, der das Blau hinter dem Blau sucht. Und es wird der verstehen, der das Gedicht ohne Worte erkennt.

veröffentlicht am 10.10.2009 um 07:13 Uhr

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Traditionell zum Herbst hin sorgen neue Expos in und um Hannover und links und rechts der Weser für reichlich Farbe und Formen. Ohne Zweifel setzt das Wilhelm-Busch-Museum als Deutsches Museum für Karikatur und kritische Grafik mit der Ausstellung „Tintenherz und Drachenreiter“ schon mal eine Marke, die schwer zu überbieten sein wird. Immerhin sind die Bestseller der Autorin Cornelia Funke Grundlage dieser Exposition. Es sind die Bilder aus der Zauberwerkstatt Funkes, die eben nicht nur erzählen, sprich: schreiben, sondern auch noch zeichnen kann. Cornelia Funke stellt zum ersten Mal überhaupt ihre Illustrationen in einem Museum aus. Alle ihre Helden sind im Original zu sehen – von den Wilden Hühnern über den Drachenreiter bis zu Zottelkralle. Am kommenden Sonntag, 18. Oktober, wird die Ausstellung eröffnet. Überhaupt ist der 18. Oktober ein besonderer Tag für das Busch-Museum, denn zwei weitere Ausstellungen werden dann dort beginnen und zeigen unter anderem die Kanzlerin „Angie“ Merkel als Freiheitsstatue mit Klimaschutzmappe unterm Arm.

Vielschichtige Arbeiten voller Poesie

Vielschichtige Arbeiten voller Poesie und großer Farbkraft liegen dem Maler Alexander Kühn am Herzen. Dass es für ihn, der sich mit Farben bestens auskennt, mehr als nur ein Blau gibt, ist mehr als logisch. So heißt seine Ausstellung zwar „Vor dem Blau ist hinter dem Blau“, zeigt aber natürlich sehr viel mehr Farben – das Blau aber ist allgegenwärtig. Im imago-Kunstverein Wedemark können sich die Blaumacher unter den Ausstellungsjunkies von der Kraft der Werke Kühns überzeugen.

Noch so ein strahlender Höhepunkt: „100 Glanzstücke“ zeigt europäisches Silber aus vier Jahrhunderten im Museum August Kestner in Hannover ab kommenden Mittwoch, 14. Oktober. Obwohl es um Silber geht, handelt es sich doch um eine wahrhaft goldige Ausstellung von unschätzbarem kulturhistorischem Wert. Nur wenige Wochen später schließt sich daran auch die Ausstellung „Silber für den Altar. 1900 bis heute“ an, die die Modellsammlung der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers zeigt.

Raus aus der Landeshauptstadt, hinein ins Land. Nicht nur Hannover bietet gute bis sehr gute Gelegenheit, der Kunst in ihren unterschiedlichsten Facetten auf die Schliche zu kommen; auch das Weserbergland und fortführend das Lipperland haben viel zu bieten. Zum Endspurt bläst hier zum Beispiel das Lippische Landesmuseum in Detmold mit „Imperium Konflikt Mythos – 2000 Jahre Varusschlacht“. Die Sonderausstellung ist noch bis zum 25. Oktober geöffnet und hat seit Mai bereits 77 000 Besucher angelockt. „Wer noch nicht die Zeit gefunden hat, die Ausstellung zu besuchen, und auf eine kurzfristige Verlängerung gehofft hat, muss sich sputen. Denn eine Verlängerung ist aufgrund der Verträge mit unseren Leihgebern nicht möglich“, sagt Dr. Elke Treude, stellvertretende Leiterin des Museums und Kuratorin der Ausstellung.

Draußen wird’s ungemütlich, doch in den Museen und Galerien zieht frischer Wind mit vielen neuen Ausstellungen ein. Eine entdeckungsreiche Zeit.

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