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Pünktlich zur heutigen Eröffnung der Insolvenzverfahren hat sich ein Betriebsrat gegründet

Neue Investoren für Firmenteile von Cemag?

Hameln (TT). Für die Firmen der Cemag-Gruppe sollen heute vor Gericht sämtliche Insolvenzverfahren eröffnet werden. Das teilte gestern das Büro von Insolvenzverwalter Oliver Liersch aus Hannover mit. Nähere Einzelheiten wollte Liersch gestern nicht mitteilen, kündigte aber für den heutigen Donnerstag eine Erklärung an.

veröffentlicht am 30.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Unterdessen hat sich bei Cemag ein Betriebsrat gegründet. Die 119 Wahlberechtigten haben nach Auskunft von Jutta Krellmann von der IG Metall einen siebenköpfigen Betriebsrat gewählt. Krellmann: „Der Betriebsrat wird nun ganz schnell ans Arbeiten kommen müssen. Das Problem dabei ist, dass die Kollegen ins super-eiskalte Wasser geworfen werden.“ So müssten sich die Mitglieder des gerade eben gegründeten Betriebsrates „sofort mit existenziellen Fragen beschäftigen“.

Die IG Metall sorgt sich nach wie vor um den Erhalt der Arbeitsplätze bei Cemag. Krellmann: „Unser Interesse gilt nicht Herrn Fard, sondern der Belegschaft. Es geht um die Arbeitsplätze. Wem das Unternehmen gehört, ist in der Sache zweitrangig.“

Der gerade gewählte Betriebsratsvorsitzende Peter Knapik erklärte auf Anfrage der Dewezet, dass mit dem heutigen 1. Oktober für die Cemag-Gruppe der Tag der Wahrheit komme. Dabei gab der 62-Jährige gestern unumwunden zu, dass „wir noch nicht wissen, wie das alles laufen soll“. Knapik ging gestern davon aus, dass die Cemag-Mitarbeiter in eine Transfergesellschaft überführt werden und dann für die einzelnen Firmen Lösungen gesucht und gefunden werden. Knapik: „Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass wir bei neuen Investoren wieder in richtigen Jobs arbeiten können.“

Dem Vernehmen nach soll für die beiden Cemag-Firmen GFT und MEM-Bau jeweils ein neuer Investor gefunden worden sein. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür gestern allerdings noch nicht. Heute, so Knapik, soll es auch dazu Informationen geben.

Mitte Juli hatte der international tätige Anlagenbauer Cemag Insolvenz angemeldet. In der gesamten Gruppe davon betroffen sind 400 Mitarbeiter, die in neun verschiedenen Firmen beschäftigt sind. Geschäftsführer Ali Memari Fard erklärte seinerzeit im Juli, dass die Unternehmen der Cemag-Gruppe nicht mehr liquide gewesen seien und deshalb die Insolvenz angemeldet werden musste. Es fehlten damals 20 Millionen Euro an Zahlungseingängen von Kunden, und dann wollten die Banken Cemag keine Zeit mehr geben.



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